5. Paderbow 2017

Das ist ja schon ein richtiges Jubiläum. Fünf Jahre gibt es die Paderbow schon und ich habe alle besucht.

Die Erste brachte mich schließlich tatsächlich zum Bogenschießen. Das ist auch meine richtig tiefsitzende Leidenschaft geworden.

Paderbow

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Ich habe sie wachsen sehen über die Jahre und empfinde diese Entwicklung als richtig. Richtig, um alle Facetten des Bogensports darzustellen und auch um ihn einfach bekannter zu machen.

Man trifft dort Menschen, die man kennt. Die die gleiche Passion besitzen. Bogenfreunde, die man eine Zeit lang nicht mehr gesehen hat und nun wiedertrifft. Bogenbauer, dessen Bogen man schon seit Jahren schiesst oder Messermacher, die man kennt. Das ist toll!

Dennoch beschlich mich beim diesjährigen Besuch das Gefühl, dass mir die Paderbow irgendwie nicht gefällt. Warum?

Paderbow

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Die Hallen waren richtig voll. Das ist nicht nur der Besucherandrang. Auch die Aussteller nehmen insgesamt viel Platz ein und die Wege für die Besucher werden schmaler. Hier muss sich der Veranstalter die Frage stellen, ob man nicht den Platz erweitert oder einen anderen Austragungsort wählt, der mehr Kapazität hat.

Es gab an jeder Ecke Armbrüste. Ja, sie gehören irgendwie zum Bogensport. Aber dann auch nicht richtig. Sie haben waffenrechtlich eine andere Stellung, als der Bogen, der bekanntlich als Sportgerät gilt. Als Bogenschütze bekomme ich da doch so meine Bauchschmerzen. Aber gerade diese Waffengattung zieht Besucher an, die mit dem Bogenschießen eher nichts zu tun haben.

Paderbow

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Nach Angaben von Messeaussteller haben gerade die Verkäufe von Armbrüsten angezogen. Irgendwie macht mir das schon Angst. Für die meisten 3d-Parcourse und Bogenvereine sind sie eher ein Dorn im Auge. Und auch ein Bogenschütze steht ihnen mehr negativ als positiv gegenüber. Das zieht ein Klientel an, das der Bogensport doch eigentlich nicht haben will.

Auch gab es gefühlt sehr viel Einheitsbrei, gerade bei den großen Ausstellern. Dort traf man die üblichen Verdächtigen, beispielsweise Hoyt, PSE oder ILF-Wurfarme und Griffstücke. Der einzige Unterschied war da oft nur der Preis, für den das jeweilige Produkt abgegeben wurde.

Das Einzigartige oder das Besondere im Bogensport habe ich dort kaum gesehen. Klar waren auch kleinere Aussteller mit ihren Arbeiten da. Und gerade da fand man mal einen Lichtblick und auch da sehe den Geist des Bogensports und des Handwerks drumherum.

Paderbow

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So kann die Paderbow in Zukunft nur in zwei Richtungen gehen. Entweder wird sie größer mit mehr Raum für Aussteller und Besucher oder sie wird wieder kleiner mit mehr Focus auf das Einzigartige. Der erste Weg wird wahrscheinlich der wirtschaftlichere Weg sein. Da so mehr Aussteller und Besucher die Messehalle besuchen werden. Aber hier hätte man dann die Möglichkeit die großen Aussteller in einer Halle zu komprimieren und die kleineren als Kleinod für das Besondere zusammenbringen.

Insgesamt hat der Besuch wieder Spaß gemacht. Aber richtig überzeugt, hat mich die Paderbow dieses Jahr nicht.

Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.