Win&Win Black Wolf

Black is Beautiful! Das ist genau das Motto der jagdlichen Ausrichtung von Win&Win Black. Seit einiger Zeit schiesse ich nun deren traditionellen Recurve-Bogen, den Win&Win Black Wolf. Nun wird es daher endlich einmal Zeit den „Schwarzen Wolf“ einmal näher vorzustellen.

Win&Win Black Wolf - Im Parcours

Win&Win Black Wolf – Im Parcours

Dass Win&Win gute Fita-Bögen herstellt, haben sie in den letzten Jahren sehr eindrucksvoll bewiesen. Auf keiner Meisterschaft fehlen Recurve-Bögen von Ihnen.

Dafür sah es lange Zeit recht düster für den traditionellen und den Jagdbereich aus. Keine Compounds und keine handlichen Recurves für den 3D-Parcours. Mit dem Label „W&W black“ hat sich das aber jetzt geändert.

Eine ganze Reihe von Compounds werden unter diesem Label für die Jagd angeboten. Inzwischen gibt es auch eine breite Palette von Recurve-Bögen unter diesem Label. Alu- und Carbon-Mittelstücke und sogar einteilige Bögen aus Holz.

Der Black Wolf hatte früher die Abkürzung RCX-17. Kryptische technische Abkürzungen ziehen aber nicht im traditionellen Bogensport. Da musste ein aussagekräftiger Name her. Ansonsten ist eigentlich alles gleich geblieben.

Win&Win Black Wolf - Das Mittelstück

Win&Win Black Wolf – Das Mittelstück

Die Technik
Die Bezeichnung RCX-17 bezieht sich auf das Mittelstück des Black Wolf. Es ist 17 Zoll lang, besteht aus Carbon und nimmt ILF-Wurfarme auf. Aus den unterschiedlichen Wurfarmlängen ergeben sich dann insgesamt drei Bogenlängen: 58, 60 und 62 Zoll. Je nach Auszuglänge des Schützen sollte die Wurfarmlänge gewählt werden. Für einen sich noch entwickelnden Schützen wären sicherlich die langen ILF-Wurfarme von Vorteil.

Wer mich kennt, weiss, dass ich eigentlich auf kurze Bögen stehe. Alles was länger ist als 50 Zoll ist eigentlich nicht meins. Dennoch empfinde ich den Black Wolf als guten Kompromiss aus Bogenlänge und Schussruhe. Für Turnier- und Techniktraining ist er genau richtig.

Bei meinem 62-Zoll-Modell lassen sich die Wurfarme sehr angenehm, bei einem Auszug bis 32 Zoll, ziehen. Von Stacking keine Spur. Auch ein deutlich höheres Zuggewicht von knapp 15 lbs. über dem Trainingsgewicht ist kein Problem.

Die Wurfarme bestehen aus einem inneren Kern Holz. Die Außenlage besteht aus Carbon und gibt diesen ein sehr schönes schwarz-gekacheltes, mattes Finish. Auch das Mittelstück selber ist aus Vollcarbon gefertigt und macht optisch ordentlich was her. Der Kontrast von Schwarz zum dunkelbraun gemaserten Pistolengriff aus Holz hat was.

Win&Win Black Wolf - Der Griff

Win&Win Black Wolf – Der Griff

Der Griff ist ein wenig ballig gearbeitet und soll die Hand in den richtigen Druckpunkt für den Bogen führen. Dennoch wird das nicht für jeden Schützen ideal sein. Einen schmaleren Griff gibt es, meines Kenntnisstandes nach, leider nicht. Alternative Griffe von anderen Herstellen passen meist mit dem Bohrungsloch nicht überein und müssen dann geklebt werden. Was auch nicht optimal ist.

Man kann auch den Griff vollständig entfernen und beispielsweise eine Paracord-Wicklung als Ersatz nutzen. Ich habe das eine Zeit lang ausprobiert und das hat recht gut funktioniert. Dennoch bin ich zum regulären Griff zurückgekehrt, da er mir doch besser liegt.

Schussverhalten und Tuning
Im Parcours und an der Scheibe erweist sich der Black Wolf als ruhiger Geselle. Das Gewicht des Griffsstück gibt hier wirklich sehr viel Ruhe, ohne zu schwer zu sein. Auch die Länge von 62 Zoll erweist sich gerade in freier Natur als deutlicher Vorteil.

Nur ist der Bogen doch recht laut im Schuss. Ein Wenig Tuning ist hier angesagt. Einerseits sollte man die Standhöhe höher wählen, als vom Hersteller angegeben: Ich nutze 8,5 Zoll anstatt, die vom Hersteller angegebenen, sieben. Auch helfen Sehendämpfer und ein kurzer Jagdstabi.

Dieser kann in die vorgesehene Bohrung in den Riser geschraubt werden. Als Pfeilauflage kann man einen Button nehmen, die Bohrung ist vorhanden oder man schießt traditionell über das Shelf. Da das Bogenfenster aber weit über das Center geschnitten ist, muss man seitlich ordentlich aufpolstern. Das mitgelieferte weiche Klett reicht da nicht aus.

Win&Win Black Wolf - Das Shelf

Win&Win Black Wolf – Das Shelf

Hat man den Bogen dann endlich so, wie man ihn haben will, bietet er Schussruhe und ist deutlich fehlerverzeihend. Sowohl auf der Scheibe als auch im Parcours macht es einfach Spaß ihn zu schiessen. Vor allem weil er den Pfeil ordentlich beschleunigt. Die Pfeilgeschwindigkeit haben ich zwar nicht nachgemessen, aber subjektive wirft er sehr flott.

Sollte man mit dem Zuggewicht wachsen wollen, ist das kein Problem. Die Wurfarme gibt es in Fünf-Pfund-Schritten bis 60 Pfund. Hier liegt aber der deutliche Vorteil des ILF-Systems. Man muss nicht bei den recht teureren Wurfarmen von Win&Win bleiben, sondern kann preiswertere von anderen Herstellern wählen. Meinen Versuch mit preiswerten KAP Windstorm II habe ich nicht bereut.

Win&Win Black Wolf - Carbon

Win&Win Black Wolf – Carbon

Der Black Wolf von Win&Win macht einen sehr guten Eindruck und braucht sich hinter den Platzhirschen Hoyt oder Tradtech nicht zu verstecken. Das Vollcarbon des Mittelteils sieht zwar sehr gut aus, ist aber sehr schlagempfindlich. Stürze auf Schotter, Kies oder Felsen quittiert es gerne, mit Unschönen Kerben im Carbon.

Fazit
Schnell, ein Augenschmaus und ein schussruhiger Bogen. Mit ein wenig Tuning auch schön leise zu bekommen.

Daten und Fakten
Artikel: Black Wolf (RCX-17)
Hersteller: Win&Win black
Bogenlänge: 58-62 Zoll
Gewicht Griffstück: 754 g
Preis: auf Anfrage
Bezugsquelle: Bogenladen Leipzig

Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.

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