Das kleine Besteck oder die minimalistische Fotoausrüstung

Vor einigen Jahren bin ich von einem DSLR-Format auf eine Systemkamera umgestiegen. Im Micro-Four-Third-System sind die Kameras und Objektive wesentlich kleiner als bei einer Digitalen Spiegelreflexkamera. Meine Neue war die Olympus OM-D E-M5. Diese bietet eine sehr gute Bildqualität und war vorrangig für meine Produktfotografie im Studio gedacht.

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Natürlich begleitete mich die OM-D auch bei meinen Outdoor-Touren mit dem Hund. Das 12-50mm-Objektiv war zwar spritzwasserdicht, doch recht lang und gerade unterwegs so doch sehr unhandlich. Auch der Höcker des Suchers störte in manchen Fällen. Der Versuch durch ein Pancake-Objektiv, wie das Panasonic 20mm 1:1.7 machte die Kamera wesentlich handlicher, nur fehlte so der Zoom.

Alternativ schaffte ich mir eine PEN E-PL3 von Olympus an, die ich als Auslaufmodell recht günstig kaufte. Hier war aber die Bildqualität nicht immer so mein Ding, obwohl sie unterwegs deutlich handlicher war.

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Letztes Jahr kam nun die Olympus E-PL7 mit dem Kit-Zoom 14-42mm EZ heraus, das durch die extrem kurze Bauweise als Pancake-Objektiv die E-PL7 schön klein macht. Der gleiche Bildverarbeitungschip, wie in der E-M5, und der 3-Achsen-Stabilisator versprachen eine gute Bildqualität. Die Steuerung der Kamera mit dem Smartphone über WiFi sollten mich selbst bei einigen Produktbildern in Szene setzen.

In allen Punkten überzeugte mich die E-PL7, die sich sehr klein verstauen lässt und die Idee kam auf, ein wirklich kleines Fotosystem für fast immer dabei zu entwickeln. Für mich muss eine Fotoausrüstung klein genug sein, um sie auch wirklich mitzunehmen. Die Bildqualität sollte zwar meinen Ansprüchen genügen, aber Abstriche durch die kleineren Blendenöffnungen konnte ich durchaus verkraften.

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Natürlich habe ich mir auch die neuen Pro-Optiken von Olympus angesehen, diese erwiesen sich aber für mein System als viel zu groß. Dafür bieten diese aber die beste Bildqualität, für vergleichsweise kleine Objektive im Gegensatz zu DSLR oder Vollformat. Nur eben geht es im Micro-Four-Thirds-System noch deutlich kleiner.

Neben dem Pancake-Zoom 14-42mm EZ reaktivierte ich das Panasonic 20mm 1:1.7. Zudem kaufte ich mir noch die 9mm Fisheye-Lenscap von Olympus und decke somit 90 Prozent meiner Fotoarbeiten unterwegs ab. Gerne hätte ich noch deutlich höhere Brennweiten dabei gehabt, das hätte aber das Packmaß deutlich überschritten und so muss ich halt mit dem Kompromiss leben.

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Somit komme ich mit zwei kleinen Bereitschaftstaschen für Kompaktkameras aus. Die Olympus E-PL7 befindet sich mit aufgesetztem Pancake-Zoom in einer Lowepro Daspoint 20 (der große Bruder Daspoint 30 passt für die OM-D mit Haltegriff und kleiner Festbrennweite oder kleinem Zoom, wie das 14-42mm). An der Kamera befindet sich ein Befestigungspunkt für das Tragesystem von Peak Design. Standardmäßig nutze ich hier nur die Handschlaufe. Der Sniper Schulterriemen ist eher was für die OM-D mit kompletten Batteriegriff.

In der zweiten Tasche befinden sich das 20mm Pencake von Panasonic und die Lenscap von Olympus. Zusätzlich passt noch das kleine Standard-Blitzlicht der PEN und ein Ersatzakku mit hinein. Zusätzlich packe ich noch ein kleines Klappstativ lose in den Rucksack. So kann ich auch Fotos und Videos von mir in Verbindung mit der Olympus-App auf meinem Smartphone machen, das ja eh immer im Basic-EDC dabei ist.

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Beide Taschen passen so ohne weiteres in meinen Alltagsrucksack. Aber auch in kleineren Messenger Bags oder Gearslinger finden Sie problemlos einen Platz. Bei gerade mal 830 Gramm Gewicht finde ich diese Kombi sogar ultralight-tauglich.

Dabei kann man das Fotoequipment noch weiter reduzieren, wenn man im Vorfeld weiß, was man fotografieren will. Am variabelsten ist man natürlich mit dem Kit-Zoom. Viele Bereiche in der Landschafts- und Reisefotografie kann man mit dem Brennweitenbereich von 14-42mm abdecken.

Erst wenn man ein weites Panorama hat oder mit dem speziellen Fisheye-Effekt arbeiten will kommt die Lenscap zum Einsatz. Da es hier nur die Blende 8 gibt, ist sie für Freihand-Aufnahmen nur mit viel Licht gut zu gebrauchen.

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Braucht man Lichtreserven und kann nicht blitzen, kommt das 20mm Pancake zum Einsatz. Bei Konzerten, in Kneipen oder gering beleuchteten Veranstaltungen spielt es mit seiner 1.7er Blende die höhere Lichtstärke aus. Nur der langsame Autofokus ist nichts für Sport oder schnelle Tiere.

So reicht oftmals nur die Lowepro Dashpoint 20 mit der Kamera und einem Objektiv aus. Sollte dann doch mal der Blitz fehlen, kann man ein kleine LED-Taschenlampe zur Beleuchtung nutzen, die man ja eh immer dabei haben sollte.

Fazit
Mein kleines Besteck gefällt mir ausnehmend gut! Das Leichtgewicht kommt in jedem Gepäck unter und ist so wesentlich öfter dabei, als die OM-D mit ihren größeren Optiken. Gerade wenn es klein und leicht sein muss, spielt mFT sein Potenzial voll aus, denn die Bildqualität ist trotz der kompaktem Maße nicht zu verachten. Wenn man viel mit Gepäck unterwegs ist, ist dieses System allein schon dadurch interessant, da viele verschieden Hersteller Objektive und Kameras für dieses System produzieren. Sie mögen nicht die Bildqualität einer Vollformatkamera haben. Aber wer nutzt diese denn tatsächlich aus?

Wie sieht euer Kamerasystem aus? Nehmt ihr eine DSLR, Systemkamera oder nur eine Kompakte mit auf Tour?

Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.

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