Diana Mini

Der Rückschritt in die analoge Fotografie kann natürlich sehr ins Geld gehen. Hasselblad, Leica, Rolleiflex und wie sie nicht alle heißen. Da kann es leicht auch mal vierstellig werden.

Natürlich kann man es auch preiswerter haben. Mit Spielzeug-Kameras!

Klar die Qualität der oben genannten Kameras wird nicht erreicht. Auch der Output an Bildern ist qualitativ nicht mal annähernd in der Lage da mitrennen zu können. Und doch haben diese kleinen Plastikkameras ihren ganz eigenen Scharm.

Wenn man sich mit der Lomography beschäftigt gibt es beim Filmmedium drei Richtungen, die man gehen kann: 120 mm Rollfilm, 35 mm Kleinbild oder moderner Sofortbildfilm. Letzterer ist sehr teuer, Ersterer schreckte mich ein wenig ab, aufgrund der anfänglichen Unhandlichkeit. Im Nachhinein betrachtet, ist er das gar nicht.

Dennoch viel meine Wahl für die ersten analogen Fotografieschritte nach 15 Jahren auf 35mm Kleinbildfilm. Den habe ich früher schon belichtet und das Handling ist zwar lange her, aber immernoch bekannt.

Die Wahl fiel bei der Kamera dann schlussendlich auf die Diana Mini, die es für knapp EUR 40,- als Warehouse Deal bei Amazon gab. Sie wurde schnell geliefert und kam in der Box mit einem kleinen Buch über Lomography.

Das billige Schulterbändchen wurde direkt entsorgt und ein erster Film geladen. Die Bedienung ist eigentlich nicht schwer.

Es gibt unter dem Objektiv einen Schalter für die Blendenauswahl. Dort kann man aber nur zwischen sonnig (f11) und wolkig (f8) wählen. Links neben dem Objektiv findet man den Schalter für die Verschlusszeit: N für 1/60 Sekunde und B für Bulb für die Langzeitbelichtung. Hier bleibt der Verschluss so lange offen, wie man den Auslöser, rechts von Objektiv, gedrückt hält. Alternativ kann man beides noch über einen optionalne Kabelauslöser bedienen. Den Anschluss findet man unter dem Objektiv.

Scharf gestellt wird vorne an der Linse. Es gibt vier Einstellungen: 60 Zentimeter, ein bis zwei Meter, zwei bis vier und und vier bis unendlich. Das ist ein wenig fummelig, da der Fokusring unter dem Objektivring nur schwierig zu bedienen ist.

Auf der Rückseite findet man einen Schalter für die Formatwahl. Im 24×24 mm Modus kann man bis zu 36 Bilder auf einer Filmpatronen belichten, je nach Filmlänge. Beim Format 24×17 verdoppelt sich die Bildanzahl, weil hier mehr Bilder auf den Film passen. Der optische Sucher hilft bei beiden Formaten beim Bildausschnitt. Hier muss aber nichts verstellt werden.

Der Sucher ist eigentlich nicht nötig, da das Objektiv mit 24mm Linse dann doch sehr stark weitwinkelig ist und so der Schuss aus der Hüfte sehr viel überraschender ist.

Auf der Rechten Seite oben befindet sich noch das Rad für den Filmtransport und ein Bildzählwerk. Auf der Unterseite gibt es den Rückspulknopf, die entsprechende Kurbel und den Verschluß, um die Kamera-Rückseite für die Filmentnahme zu öffnen.

Insgesamt wirkt die Diana Mini echt wie ein Spielzeug und an vielen stellen auch richtig billig. Die Knapp fünfzig Euro Neupreis sind da schon enorm hoch für so viel Plastik.

Dennoch macht mir die kleine und leichte Kamera im Alltag sehr viel Spaß und lädt mich ein, mit Motiven zu spielen. Dabei sind große Landschaftsaufnahmen eher nicht ihr Ding. Dafür lohnt es sich hier wirklich, an die Dinge ganz nah ran zu gehen. Dann stimmt oft auch die Abbildungsleistung.

Die Bilder aus der Diana Mini ihren ganz eigenen Look. Ein wenig verwaschen kommt alles heraus. Irgendwie ein wenig verträumt. Und wenn man diesen Stil der Bilder mag, ist die Kamera bestimmt was für den Fotografen. Mir gefällt es. Und gerade die fehlende Abbildungsleistung ist für mich ein Statement gegen all die digital aufgemotzten, total scharfen und farblich unheimlich treuen Bildern aus den Hochglanz-Magazinen und Fotoseiten im Internet. Wenn man dann noch, wie ich, einen Scharzweiss-Film nutzt, bekommt man ganz unerwartete Ergebnisse.

Geplant war die Diana Mini als EDC-Cam für immer dabei. Klein und leicht ist sie ja. Auch wenn doch etwas unförmig aufgrund des weit herausstehenden Objektives. Die optische Leistung ist aber halt nicht so gut und daher ist sie als kleine Spielerei nebenher ganz nett. Aber wenn man sie als einzige Kamera dabei hat, gehen zu viele optische Möglichkeiten eher verloren.

Wer sich wirklich ernsthaft mit der analogen Fotografie auseinandersetzen will, sollte daher schauen, ob er nicht eine gut erhaltene, gebrauchte Kompakte oder Messsucherkamera findet.

Fazit
Funcamera. Mehr nicht! Aber auch nicht weniger!

Daten und Fakten
Hersteller: Lomography
Produkt: Diana Mini
Bezugsquelle: Amazon oder Lomography
Preis: EUR 49,-

Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.

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