Die Südeifel und das Mullerthal mit Hund – Tag 2

Heute hatten wir uns eindeutig zu viel vorgenommen. Eigentlich war geplant, von Bollendorf bis ins Mullerthal und zurück zu kommen. Das war etwas zu hoch gegriffen, da wir nicht einmal die halbe Strecke gepackt haben. Aber wenigstens waren wir schon mal auf dem Mullerthal-Trail!

Es gab einfach zu viel zu bestaunen. Jeder Pfad, jeder Abzweig, fast jede Höhle und so viele Aussichtspunkte wie möglich. Es kamen allerhand Höhenmeter zusammen und die Zeit verging wie im Fluge. Dabei ging alles recht beschaulich los und nach der Überquerung der Sauer ging es flott über den Radweg ganz flach an der Straße entlang.

Nach einer Stunde hatten wir um 10 Uhr Grundhof erreicht; von hier ging der Zubringerweg zum Mullerthal-Trail steil und matschig bergauf. Da ja gestern die Sole Runner Transition Vario versagt hatten, ging es heute mit den Merrel Trail Glove ohne Socken auf Tour. Für diese Tour waren sie genau das Richtige!

Nach einer halben Stunde war dieser Anstieg dann schon erledigt. Er sollte aber nicht der Letzte am heutigen Tage sein, da er uns in das nächste Felsenmassiv entlies und wir bis zu unserer Rückkehr nach Bollendorf nur durch Felsenlandschaften unterwegs waren. Heute im hellen Sonnenlicht waren sie immernoch atemberaubend schön, obwohl ihnen das Mystische, wie gestern im Regen, doch abging.

Gegen 11 Uhr erreichten wir das erste kleinere Felsenlabyrinth Siewenschlüff. Hier konnten wir manche Wege aber nicht gehen, da dies nur über Metallleitern möglich war. Das geht mit Hund nicht. Trotzdem war der Eindruck schon enorm, wenn der Zwischenraum zwischen zwei Felswänden immer geringer wird und man gerade mal eben so noch durchpasst.

Als wir dort durch waren, hörten wir schon die ersten Kletterer, die sich die Steilwände auf und ab mühten. Für uns wurde es Zeit die erste Rast einzulegen. Kurz danach zweigt wieder ein Weg steil bergan ab. Die Naturfelsstufen wurden immer steiler und ich dachte, Nelly würde das nicht packen. Aber meine kleine Berggemse machte das sehr gut. Oben kamen wir kurz vor den Gipfel in die Totenkammer und ganz oben auf ein Felsplateau, was man die Teufelsinsel nannte.

Zum Glück fanden wir einen nicht ganz so steilen Abstieg, der uns zum Adlerhorst und zur Räuberhöhle brachte. Leider konnten wir dort nicht hinein. Einerseits gab es dort wieder Metallleitern und zum anderen eine ganze Horde lauter Kinder. So machten wir uns schnell da weg und erreichten endlich den Mullerthalt-Trail.

Diesen gingen wir noch etwa eine halbe Stunde entlang, danach machten wir eine große Rast und ein Blick auf die Karte zeigte mir, dass wir das Ziel heute nicht erreichen würden. Da es nun schon fast ein Uhr war, musste der Rückweg angetreten werden, damit wir den Ausgangspunkt wieder gut erreichen konnten. Schon jetzt war die Tour knapp vier Stunden lang. Für den Rückweg musste ja etwa die selbe Zeit veranschlagt werden.

Da die Kindehorde jetzt verschwunden war, konnten wir uns noch die 55 Meter lange Höhle Hölle ansehen und gingen eine ausgetrocknete Klamm (Rotzbachschlüff) entlang. Ganz ausgetrocknet war sie aber noch nicht, da Nelly noch zwei Pfützen zum Baden gefunden hat. Aber eine richtige Klamm war das nicht mehr.

Der Rückweg klappte dann doch schneller. Da wir nicht mehr jeden Weg erkunden mussten und ich mich mit den Fotos zurückhielt, kamen wir schon gegen zwei Uhr zum Abzweig Richtung Bollendorf. Diesen Alternativrückweg führt nicht ins Tal zum Grundhof und an der Sauer entlang, sondern ging über den Höhenzug direkt zur Brücke in Bollendorf.

Hier hing es dann wieder langsamer voran, weil alles neu war und ich wieder öfters die Kamera zücken musste. Wir folgten den B8 und später dem B19, die uns zur Mandrack-Pasage brachten, wo es richtig eng wurde. Zwischen zwei Felswänden wurde es so eng, dass ich den Rucksack vom Rücken nehmen und beim Durchkriechen in der Hand halten musste. Doch so schafften wir das nacheinander sehr gut.

Am Ausblick Kallekapp vorbei ging es dann langsam in den Abstieg nach Bollendorf. Aber eine Holzliege lud mich erst einmal zu einer letzten kleinen Pause ein. Diese war auch nötig, erwies sich der Abstieg doch wieder als sehr matschig und schlüpfrig. Doch mit der nötigen Vorsicht schafften wir auch diese.

Im Tal angekommen, lud uns die Sauer zu einem Bad ein. nelly nahm das Vollbad. Ich lediglich ein Fußbad. Aber uns beiden tat das nach 6,5 Stunden Tour sehr gut. Und nach dem letzten Aufstieg zum Hotel war diese Tour dann auch geschafft.

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Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.