Fenix LD10 – Die Allroundtaschenlampe

Artikelbezeichnung: Fenix LD10
Hersteller: Fenix
Bezugsquelle: Flashlight Shop
Preis: 56,90 Euro

Was zeichnet eine Allroundtaschenlampe aus? Sie muss in allen Lebenslagen nutzbar sein und so leicht, dass man sie immer dabei haben kann. Gleichzeitig sollte sie leistungsstark und doch energieeffizient sein. Als Energiequelle sollte sie  Standardbatterien nutzen.

Die erste Taschenlampe dieser Art hat nun sicherlich fast 15 Jahre auf dem Buckel. Gemeint ist die berühmte Mini Maglite. Ihre Konstruktion aus Flugzeugaluminium machte sie robust. Die Halogenbirne war damals in Sachen Leistung das Nonplusultra und die zwei AA-Batterien gab es in jedem Supermarkt zu kaufen!

Doch die Entwicklung der Leuchtmittel ging weiter und mündete in den aktuellen Hochleistungs-LED. Leider verschlief Mag Industries diese Entwicklung und es drängten andere Taschenlampenhersteller auf den Markt. Eines dieser Unternehmen kam aus China und hieß Fenix. Doch nicht alles was „Made in China“ ist, ist billig oder schrottwertig! Fenix hat in den vergangenen Jahren hochwertige LED-Taschenlampen für viele verschiedene Einsatzzwecke auf den Markt gebracht.

Eines der ersten Modelle war die Fenix L2D. Sie leuchtete mit einer Leistung von 180 Lumen knapp 90 Minuten lang und benötigte zwei AA-Batterien. Der kleine Bruder, die L1D, benötigte nur eine AA-Batterie bei einer Leistung von 120 Lumen.

Eine Weiterentwicklung sind die LD20 und die LD10. Der Flashlightshop hat uns nun freundlicher Weise eine LD10 zur Verfügung gestellt, um die Taschenlampe ausgiebig zu testen.

Zum Lieferumfang gehören neben der Fenix LD10 und einer Duracell AA-Batterie noch ein Taschenlampenholster, eine Handschlaufe, zwei Ersatzdichtungsringe und ein Ersatzknopf für den Ein/Aus-Schalter. Außerdem ist an der Taschenlampe ein Gürtelclip angebracht.

Die Taschenlampe selbst ist kaum größer als die AA-Batterie, aus der sie ihre Energie gewinnt. Über einen Taster am hinteren Ende wird die Taschenlampe ein- und wieder ausgeschaltet. Es handelt sich hier aber nicht um einen Tactical-Switch, bei dem das Licht leuchtet, sobald man den Schalter leicht drückt. Damit die Fenix leuchtet, muss man den Schalter komplett durchdrücken. Ein Momentlicht gibt es demnach nicht!

Ist die Taschenlampe eingeschaltet, muss man dann nur noch den Schalter antippen, um durch die einzelnen Funktionen schalten zu können. Vorher sollte man aber durch die Drehung des Lampenkopfes den Modus auswählen. Ist der Lampenkopf der Fenix fest zugedreht befinden wir uns im Turbo-Modus. Hier kann man über den Taster die Funktionen Dauerlicht mit 100 Lumen oder Stroboskop wählen. Dreht man den Lampenkopf nur ein wenig los, befindet sich die Fenix im Normal-Modus. Jetzt kann man durch mehrere Lichtstärken schalten! Anfangs leuchtet die LED in ihrer geringsten Stärke 3 Lumen. Danach kann man die mittlere Stärke von 13 Lumen auswählen oder die Höchste mit 45 Lumen. Ein weiterer Tastendruck und die Fenix zeigt in einer Endlosschleife ein SOS.

Die Angabe der Lichtleistung in Lumen war anfangs doch recht verwirrend! Die Bedienungsanleitung sprach von 100 Lumen maximaler Lichtleistung. Bei Artikelbeschreibungen in Katalogen und im Internet gab es aber Angaben von 120 bis hin zu 135 Lumen. Eine Nachfrage beim Flashlightshop ergab dann Gewissheit! Dort teilte man uns mit, dass Fenix seit kurzer Zeit die Lichtleistung, die tatsächlich aus der Taschenlampe austritt, nach dem „ANSI/NEMA FL 1-2009 Flashlight Basic Performance Standard“ ermittelt. Früher wurde nur die nominale Lichtleistung der LED angegeben.

Neben der Lichtleistung werden noch andere Eigenschaften der Taschenlampe nach diesem Standard ermittelt:
– Leuchtweite in Meter: 87 Meter
– Lichtstärke in Candela: 1902
– Leuchtdauer: 1h 48min bis 70h
– abgestrahlte Gesamtlichtmenge in Lumen: 100 Lumen
– Schlagbeständigkeit (6 Fallversuche aus 1m Höhe): Hier erreicht die LD10 sogar 1,5m.
– Wasserdichtigkeit: wasserdicht

Zusätzlich wird die Wasserdichtigkeit nach dem IPX-8 Standard gewährleistet. Bei dauerndem Untertauchen ist die LD10 bis zu einer Tiefe von zwei Metern wasserdicht. Aber auch das Einfrieren in Eis macht der Fenix nichts aus. Selbst unter diesen Bedingungen leuchtet sie einwandfrei.

Die Leuchtdauer der Taschenlampe richtet sich nach der gewählten Lichtleistung. Bei voller Leistung beträgt die Leuchtdauer etwa eine Stunde und 48 Minuten. Bei den 45 Lumen sind es vier Stunden und 40 Minuten, bei dreizehn Lumen schon elf Stunden und bei den drei Lumen erstaunliche siebzig Stunden.

Die Lichtleistung der LD10 wird elektronisch im Lampenkopf geregelt. Werden die Batterien schwächer, hält der Prozessor so lange die Lichtleistung, wie Spannung dafür da ist. Sobald die Spannung zu gering wird, schaltet er in den nächst niedrigen Modus um. Hat die Fenix beispielsweise zu wenig Spannung in der Batterie um mit 100 Lumen zu leuchten, wechselt sie zu 45 Lumen. Ist auch da die Spannung zu schwach, geht sie zu 13 Lumen über.

Es ist halt nicht so, wie bei preiswerteren Taschenlampen, deren Lampenkopf nicht elektronisch geregelt ist, dass die Lichtleistung linear immer schwächer wird, bis die LED langsam aus geht. Hätte die LD10 nur einen Modus von 100 Lumen, würde sie so lange mit 100 Lumen leuchten, bis die Spannung der Batterien nicht mehr ausreicht. Danach ginge sie sofort aus!

Mit der LD10 von Fenix bekommt man eine ganze Menge Taschenlampe! Das hart anodisierte Flugzeugaluminium ist schick und gleichzeitig widerstandsfähig. Es ist super verarbeitet. Man spürt keine Grate und die anodisierte Oberfläche weist keine Unregelmäßigkeiten auf.

Gegenüber der L2D hat sie einen gewaltigen Schrit nach vorne gemacht. Durch die Abflachungen unterhalb des Lampenkopfes kann die Taschenlampe auf schrägen Flächen nicht mehr weg rollen. Die runden Einkerbungen am Lampenkopf geben ihr ein taktisches Aussehen. Durch den Gürtelclip kann man die Fenix nicht nur im Holster gut transportieren.

Der Holster ist komplett überarbeitet worden. War es bei der L1D und L2D nur ein einfacher Steckholster mit einer Gürtelschlaufe, so hat man hier nun einen gekletteten Verschluss, der verhindern soll, dass die Taschenlampe einfach entnommen werden kann oder herausfällt. Außerdem gibt es ein zusätzliche Gürtelschlaufe inklusive Klett, mit der man den Holster an einer Koppel oder einem taktischen Tragesystem befestigen kann.

Die Lichtleistung von maximal 100 Lumen ist enorm! Subjektiv entsteht im Vergleich der Eindruck, dass die LD10 heller leuchtet als die zwei Jahre alte L2D, die eine LED mit 180 Lumen besitzt. So ist der Stroboskop wirklich gemein, wenn man direkt hinein blickt und daher ist auch die LD10 im Notfall als Selbstverteidigungsmittel einsetzbar. Der Effekt gegenüber einem Angreifer ist nicht zu unterschätzen. Ist dieser alkoholisiert, kann der Stroboskop ihn tatsächlich stoppen.

Im Notfall kann man dann den Lampenkopf als Schlag- oder Stoßwerkzeug gegen die Brust, das Gesicht oder die Weichteile des Angreifers einsetzen. Aufgrund ihrer sehr kompakten Maße, wird es aber schwierig die LD10 als Kubotan oder Palm-Stick (Nervenpresse) einzusetzen. Die längere LD20, L2D oder eine Mini Maglite sind dafür besser geegnet. Trotzdem kann ich sie als kleine Backup-Taschenlampe für Bedienstete der Polizei oder Sicherheitsdienste durchaus empfehlen.

Die Leuchtfunktionen im normalen Modus sind sehr gut für den eher zivilen Einsatz zu gebrauchen. Gerade weil es hier eher auf lange Leuchtdauer ankommt. Gut gelöst sind auch die drei sich steigernden Helligkeitsstufen. Oft brauch man gar nicht so viel Licht, wenn man die Lampe nur kurz im Dunkeln anknipst, um sich zu orientieren. Da reichen oft die drei oder dreizehn Lumen völlig aus. Und wenn man tatsächlich mal die 100 Lumen im Wald kurz einschaltet, wird man, sobald das Licht wieder aus ist, merken, dass man seine Nachtsichtfähigkeit fast vollkommen eingebüßt hat und es so durchaus mehrere Minuten dauern kann, bis man wieder etwas ausmachen kann.

Da sind die kleineren Leuchtstufen wesentlich besser für geeignet. Auch weil man nach dem ausschalten, viel schneller wieder etwas sehen kann. Die Leuchtdauer von 70 Stunden ist da ein zusätzlicher Faktor. So kommt man, auch wenn man mehrere Tage draußen unterwegs ist, oft mit einer Batterie aus. Selbst für die abendliche Nutzung der Taschenlampe im Zelt ist sie sehr gut geeignet, da gier die drei Lumen vollkommen ausreichen.

Grundsätzlich ist es von der Leistung her, natürlich besser hochwertige Batterien zu nutzen. Aber da die Fenix LD10 auch mit NiMH-Aukkus betrieben werden kann, sollte man sich aus Kosten- und Umweltgründen eher für diese Art der Energie entscheiden. Da die Lampe ja mit nur einer Batterie/Akku auskommt, kann man sie mit einem Akku betreiben und als Reserve eine lange lagerfähige Batterie mitführen.

Fazit
Die Fenix LD10 hat uns sehr gut gefallen. Die verschiedenen Modi und Funktionen sind gut gewählt und die Lichtleistung ist für dienstliche und private Zwecke gut geeignet. Das betreiben der Taschenlampe mit nur einer handelsüblichen AA-Batterie hat den Vorteil, dass man fast überall auf der Welt auf diese Batterien Zugriff hat. Aufgrund ihrer kleinen Größe findet sie fast überall einen Platz und eignet sich so sehr gut, um sie immer dabei zu haben. Sei es im EDC-Pack, als Geocaching-Scheinwerfer oder einfach in der Jackentasche auf der abendlichen Hunderunde. Das mitgelieferte Zubehör ist ordentlich und durchdacht. Wer schon ein Vorgängermodell sein eigen nannte und sich diverse Zusatzartikel wie Diffusor oder Rotlichtfilter gekauft hat, kann diese getrost weiter nutzen, da die Lampenköpfe den gleichen Durchmesser haben.

Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.