Fenix MC11

Artikel: Fenix MC11
Hersteller: Fenix
Bezugsquelle: Pixxas
Preis: 44,95 Euro


Die Fenix MC11 ist eine ungewöhnliche Taschenlampe! In einem beweglichen Winkel steht der Lampenkopf vom Batteriekörper ab. Das erinnert sehr stark an etwa ältere militärische Taschenlampen, die an der Uniform oder Ausrüstung befestigt werden konnten und so den Bereich vor dem Soldaten ausleuchteten, ohne dass dieser sie in der Hand halten musste.

Bei der MC11 ist dies auch der Fall. Über einen Clip lässt sich die Lampe an Gurtbändern und Gürtel befestigt werden. Dabei ist das  Einsatzspektrum aber eher im zivilen Bereich angesiedelt. Denn verschiedene Farbfilter, wie beispielsweise fürs Rotlicht, bietet die Lampe nicht.

Dafür gibt es aber eine klare Streulichtscheibe, die vor die LED geklappt werden kann, um das Licht etwas breiter zu fächern. Leider ist die Streulichtscheibe nicht fest mit dem Lampenkopf verbunden und wird nur mit einem Kunststoffclip dort gehalten, der keinen sehr zuverlässigen Eindruck macht.

Neben der Möglichkeit die Lampe an die Ausrüstung zu clippen, gibt es noch einen kleinen Metallbügel, der mit Hilfe eines Karabiners an vielen Orten befestigt werden. Dieser eignet sich ganz gut, um die Tachenlampe als Zeltbeleuchtung zu nutzen.

Natürlich kann man die Lampe auch auf den Boden stellen, doch ist dies aufgrund der kleinen Standfläche und des Schwerpunktes der Lampe nur auf wirklich ebenen Flächen möglich. Ist der Boden nicht ganz flach, ist die Standfestigkeit der Taschenlampe nicht mehr gegeben.

Der Lampenkopf kann in einem Winkel von 90° stufenlos verstellt werden. Einmal an der Ausrüstung befestigt, kann man so den Abstrahlwinkel in der Höhe verstellen und nach der eigenen Notwenigkeit einstellen. Leider wirken sich die steilen Winkel in den Endpositionen sehr negativ auf die Standfestigkeit aus.

Die LED der Lampe leuchtet mit maximalen 81 ANSI-Lumen. Bietet aber auch zwei geringere Leuchtstufen mit 36 und 3 Lumen. Zusätzlich gibt es aber auch noch zwei Blinkmodi mit Stroboskop (135 Lumen) und SOS (36 Lumen). Leider geht Fenix aber bei der Schaltung der Modi einen komplett neuen Weg, der für Anwender anderer Fenix-Taschenlampen eher ungewohnt sein wird.

Grundsätzlich startet die MC11 nach dem Einschalten im General-mode mit ihren drei Leuchtstufen. Hält man nun den Hauptschalter für 0,7 Sekunden, schaltet man in den nächsten Modus. Die Reihenfolge ist hier high-low-medium. Nach dem Ausschalten merkt sich die Taschenlampe, den zuletzt ausgewählten Modus.

Mit einem schnellen Doppelklick auf den Hauptschalter kommt man in den Strobe-Mode. Durch langes drücken auf den Schalter wechselt man die Modi und nach dem Ausschalten der Lampe springt die MC11 wieder in den General-Mode. Wählt man dann wieder den Blinkmodus aus, erinnert sich die Lampe an den zuletzt ausgewählten Modus. Insgesamt kommt die Lampe auf eine maximale Leuchtdauer von 53 Stunden mit einer einzigen AA-Batterie.

Die Widerstandsfähigkeit der MC11 ist wieder Fenix-typisch allererste Sahne! Nach dem IPX8-Standard ist sie bis zwei Meter Tiefe wasserdicht und hält auch Stürze aus einer Höhe von 1,5 Meter unbeschadet aus. Gefertigt wird sie aus Luftfahrtaluminium und die Fertigungsqualität ist nicht zu bemängeln. Der Edelstahlclip ist robust und verwindungssteif.

Im Alltag schlägt sich die Lampe recht wacker. Hat man erst einmal die veränderte Schaltung der LED verinnerlicht, gibt es im Gebrauch keine Probleme. Der konstante Lichtstrahl in eine Richtung ist auf Tour wesentlich angenehmer, als z. B. eine Stirnlampe, die jeder Bewegung des Kopfes folgt. So wird der Weg vor einem gut und gleichmäßig ausgeleuchtet. Gerade, wenn man mit dem Hund unterwegs ist, ist dies von Vorteil, da das Licht nicht hin und her huscht, wenn der Hund wieder Schabernack treibt.

Die Streulichblende ist aber grundsätzlich nicht der Bringer. Zwar wird das Licht gedämpft aber der deutliche zentrale Beam wird nur unwesentlich abgeschwächt. Daher ist eine Nutzung eher vernachlässigbar. Eine rote Streulichtscheibe wäre da schon im Vorteil, da man so in den unteren Leuchtstufen eine Beleuchtung hätte, die die Nachtsichtfähigkeit der Augen nicht beeinträchtigt. Auch wenn man die Lampe als Warnsignal am Rucksack besfestigt und den Strobe einschaltet, wäre es so ein deutlicheres Warnsignal nach hinten.

Im Zelt ist die Fenix leider nur bedint zu gebrauchen. Da die Standfläche nur gering ist, fällt sie gerne auf unebenen Zeltböden um. Auch die Befestigung im Zeltdach über den Bügel ist nicht optimal, da sich der untere Batteriegriff, aufgrund des Gewichtes sehr stark neigt und einen Einstellung des Abstrahlwinkels dann nur noch bedingt funktioniert.

Auch als Handlampe ist die Bedienung gewöhnungsbedürftig. Klappt in der Regel aber. Doch ist hier eine normale Taschenlampe deutlich im Vorteil, da sie sich in unterschiedlichen Griffpositionen nutzen läßt.

Durch das veränderte Schaltungskonzept ist die MC11 nicht so intuitiv nutzbar, wie andere Fenix-Taschenlampen. Man muss sich im Vorfeld überlegen, welchen Modus man nutzen will. In einer Stress- oder Verteidigungssituation ist die Schaltung aber zu tricky. Daher fällt die Selbstverteidigungsfähigkeit über den Strobe eher flach. Auch eine Nutzung als Kobutan oder Schlagwerkzeug ist nicht gegeben.

Fazit
Die Fenix MC11 ist eine Taschenlampe mit einem ganz speziellen Einsatzspektrum! Wenn man die Hände frei haben will und eine gleichmäßige Ausleuchtung in eine Richtung benötigt, ist sie sehr gut zu gebrauchen. Auch die Stanfestigkeit auf flachen Ebenen geht in Ordnung. Für eine Outdoornutzung ist die Standfläche aber grundsätzlich zu klein und so ist eine Standfestigkeit oft nicht gegeben. Auch als Beleuchtung vom Zeltdach ist sie eher ein Kompromiss. Hier würde eine normale Taschenlampe mit weissem oder rotem Leuchtaufsatz mehr bringen.

Die Streulichtscheibe ist eher ein Witz. Die Anbringung an der MC11 ist eher suboptimal und ein Verlust der Scheibe schon fast vorprogrammiert. Die Haltbarkeit des Plastikteils ist eher auch zu bezweifeln und fällt komplett aus dem Rahmen der sonstigen Verarbeitungsqualität von Fenix-Produkten. Der Streulicht-Effekt auf das Licht, fällt auch eher schwach aus. Eine rote Streulichscheibe wäre eher von Vorteil gewesen, die sich dann das Einsatzspektrum der Lampe ein wenig erhöht hätte.

Vor dem Kauf der Lampe sollte man sich genau überlegen, ob man solch eine Art unbedingt benötigt. Eine normale Taschenlampe bietet mehr Einsatzmöglichkeiten und mit ein wenig Zubehör und Fantasie kann sie die Spezialanwendungen der MC11 durchaus auch erbringen.

Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Björn,
    vielen Dank für den tollen Artikel. Als ich die Fenix MC11 sah, dachte ich mir schon das hier mit der Standfestigkeit nicht viel zu holen ist. Da Sie aber auch hängend im Zelt eher nicht zu gebrauchen ist, wäre mir nicht in den Sinn gekommen.
    Das sich das Spektrum so stark einschränkt und sie letztendlich nur am Gürtel einen Sinn macht, macht die Lampe nicht wirklich empfehlenswert zum kaufen.
    Viele Grüße
    Stefan

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    • Hi Stefan,

      die Taschenlampe, die in allen Bereichen super abschneidet, habe ich noch nicht gefunden. Durch die vielen Modelle der Hersteller ist man oft auch überfordert. man muss im Vorfeld ganz genau wissen, wo man sie einsetzen will und dann das passende Modell finden. Meine EDC-Lampe ist die PD31. Das Bedienkonzept der PD32 gefällt mir schon nicht mehr. Und als Stirnlampe kommt die Fenix HL10 zum Einsatz. Das reicht mir für fast alles!
      Viele Grüße
      Björn

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  2. Habe das Teil schon 2 Jahre im Dauergebrauch: Wenn sie nicht auf dem Zeltboden stehen möchte, leg ich sie eben hin. Mit einer Schnur o.ä. am Zeltdach aufgehängt, strahlt sie insbesondere mit der Streuscheibe völlig genügend aus. Diese habe ich ständig montiert und nichts ist bislang gebrochen. Bei Bedarf klappe ich das Teil nach oben und habe einen Spot. Ich besitze einige auch bedeutend stärkere Lampen, aber diese ist mein Lieblingsteil insbesondere beim allnächtlichen Gassigehen 😉 Ans Revers oder den Gürtel geklippt hat man die Hände frei für beide Hunde – geniale Lampe!!!!

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