Minimalistisches Smartphone

Der Titel ist ein klein wenig irreführend. Es geht nicht um ein möglichst minimalistisches Smartphone, sondern eher um die minimalistische Nutzung desselben.

Auch ich bin einer, der sehr oft sein Smartphone in den Fingern hat. Mails checkt, Facebook und andere Social-Media-Kanäle nach News überprüft oder einfach mal ganz wichtig dran rumspielt.

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Trotzdem würde ich mich eher als moderaten Nutzer sehen. Da ich viel im ÖPNV unterwegs bin, sind mir da schon einige andere Kandidaten aufgefallen, die ihr Handy deutlich mehr nutzen als ich.

Trotzdem ist diese Nutzung so in Fleisch und Blut übergegangen, dass man dies erst merkt, wenn man das Phone mal nicht nutzen kann. So schaltete sich mein Handy eines Morgens unterwegs zur Arbeit einfach ab. Da ich den PIN nicht im Kopf oder aufgeschrieben dabei hatte, konnte ich es nicht mehr einschalten.

Dieser Tag auf der Arbeit war dann doch etwas anders! Ausgeschlossen aus der Informationswelt und nach ein paar Stunden doch befreit von dem Drang permanent Neuigkeiten checken zu müssen.

Dabei kam dann die Idee auf, den eigenen Handy-Konsum in Zukunft zu überdenken. Muss man permanent im Internet per Smartphone erreichbar sein? Muss das Handy permanent auch eine GSM-Verbindung (Telefon, SMS) halten? Welche Apps sind notwenig? Hier ist auch die Frage, welche lenken tatsächlich nur ab und lassen uns nur unnötig Zeit vertrödeln?

Auch die Frage, ob man ein Handy/Smartphone unbedingt benötigt, stellt sich da. Gerne habe ich auch schon das Handy daheim gelassen, wenn ich mit dem Hund unterwegs war. Aber ganz darauf verzichten will oder kann man ja auch nicht. Gerade, wenn man unterwegs mal Hilfe benötigt, wäre das mit dem Handy schon einfacher.

Im ersten Schritt habe ich bei mir Zeiten eingeführt, in denen ich das mobile Internet einschalte. Alle zwei Stunden gehe ich über den Tag einmal online. Die Online-Zeit beträgt etwa 30 Minuten. In dieser Zeit rufe ich Emails und Whatsapp-Nachrichten ab, schaue bei Facebook vorbei und kontrolliere kurz den Status meines Blogs.

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Von 21.00 bis 09.00 Uhr befindet sich mein Handy im Flugzeug-Modus. Wer mich in dieser Zeit erreichen will, hat meine Festnetznummer. Da ich meine Handy-Nummer im Impressum im Blog stehen habe, kam schon der ein oder andere Clown auf die Idee, mich mitten in der Nacht aus dem Bett zu werfen.

Tatsächlich erwische ich mich nun sehr oft dabei, das Handy erst nach 9.00 Uhr überhaupt aus dem Flugzeugmodus zu schalten. Alle Informationen, die vorher kommen sind nicht von existentieller Wichtigkeit. Auch kann man das Handy als MP3-Player ohne Internet nutzen.

Insgesamt gesehen befreit mich diese Methode doch sehr. In der heutigen Informationsgesellschaft ist es ganz wichtig auf Information willentlich zu verzichten, will man sich nicht überlasten. Wichtige Nachrichten kommen eh bei einem früher oder später an. Dann kann man sich bei denen, die einen wirklich interessieren, weitere Informationen beschaffen.

So kontrolliert man am Ende die Menge der Informationen ganz erheblich. Befreit sich vom Drang immer vernetzt zu sein und nimmt sein Leben ganz anders und/oder bewusster wahr. Für mich genau der richtige Schritt leichter durchs Leben zu gehen und doch für meinen Bereich up-to-date zu sein.

Außerdem spart man einiges an Zeit ein, die man anders nutzen kann. Unterwegs im ÖPNV lese ich endlich wieder ein Buch. Auch konzentriere ich mich besser auf das Leben, was gerade passiert – es ist wichtiger als der Status im Cyberspace!

Auch hält der Akku wesentlich länger. Dies ist sicherlich auch ein ökologischer Punkt und der Akku geht auf Wandertour nicht so schnell zur Neige. Im Notfall kann man dann immer noch Hilfe holen, wenn andere Handys schon versagt haben.

Wie sieht euer Handykonsum aus? Wie nutzt ihr das Smartphone? Ist mein System für euch machbar?

Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.