Olympus OM-D E-M5

Als Fotograf endlich angekommen!

Seit etwa einem halben Jahr nutze ich die Olympus OM-D E-M5 und nun wird es endlich Zeit, von meine Erfahrungen und Erlebnisse mit dieser Kamera zu berichten. Der Wechsel von der DSLR zur Systemkamera war für mich nicht leicht, aber dieser Schritt war notwendig, waren doch meine Ergebnisse mit der Olympus E-520 nicht mehr optimal!


Vor einigen Jahren wechselte ich von einer digitalen Kompaktkamera zum FourThird-System von Olympus. Dass ich mit der E-520 zwar nur eine Einsteiger-DSLR erworben hatte, war mir von Anfang an klar, Ich sah bei meiner bisherigen Fotografie einfach nicht die Notwendigkeit im Semiprofi- bzw. Profibereich nach einer Kamera zu suchen. Natürlich war es auch eine Frage des Geldes, die mich dazu bewog, einen preiswerten Einstieg in den DSLR-Bereich zu wagen.

Grundsätzlich ist die E-520 eine gute Kamera, aber meine fotografischen Fähigkeiten entwickelten sich doch relativ flott. Mit dem Einstieg in die Produkttests hier im Blog, mussten auch qualitativ hochwertige Bilder her. Schnell stieß ich hier aber schon an die Grenzen der E-520. Einige Zeit lang ging das mit Improvisation und vernünftigem Licht noch einigermaßen gut. Aber als ich mit den Arbeiten für das Messermagazin und Gear begann und hier wirklich sehr gute Bilder benötigt wurden, war schnell Schluß mit meiner Ausrüstung.

Die Suche nach einer neuen Kamera stellte mich vor mehrere Optionen. Bei dem FT-System bleiben, zum Micro-FT-System wechseln oder ein komplett anderes System finden. Die letzte Option war natürlich die teuerste Variante, hätte ich doch all meine Objektive und mein Zubehör neu beschaffen müssen. Wäre ich beim FT-System geblieben, hätte ich direkt ins Profisegment mit der E-5 wechseln müssen, die aber schon ein paar Jahre auf dem Markt war und kein Nachfolgemodell in absehbarer Zeit angekündigt war. Technisch also nicht up-to-date.

So viel meine Wahl auf MFT und somit auf die Systemkameras, da ich mittels Adapterring meine FT-Objektive hätte weiter nutzen können. Hier gab es zwei Hersteller: Olympus oder Panasonic. Anfangs hatte ich nur die PENs von Olympus im Auge, die mir doch ein wenig klein erschienen. Blieb also nur noch Panasonic. Oder doch nicht. Ein Blick in einen Testbericht über die Olympus OM-D E-M5 zog mich in den Bann. Als ich sie dann beim Fotohändler das erste Mal in die Hand nahm, war es irgendwie Liebe auf den ersten Blick! Das Retrodesign hatte es mir echt angetan!

Der Preis von fast 1.300,- Euro mit Kitobjektiv war aber dafür zum Abgewöhnen. So viel Geld wollte ich eigentlich nicht ausgeben! Also alle Optionen nochmal bis zum Exzess durchgespielt, Testberichte gelesen, verglichen, verschiedene Modelle in die Hand genommen, mit Kameras beim Händler gespielt. Eindeutig war das alles nicht.

Letztendlich siegte mein Bauchgefühl und das Anfasserlebnis. Es wurde die OM-D!

Zuhause wurde sie ausgepackt, der Akku geladen und es ging auf die erste Fotosafari. Meine schlanken Finger trafen alle Knöpfe wunderbar. Die Autofokus war pfeilschnell und das Rauschverhalten war wesentlich besser, als bei der E-520. Doch die Einarbeitung in die Kamera und ihre Menüs wurden dann doch zur Geduldsprobe und erst Hilfe in Fotoforen und mit dem Buch zur OM-D, konnte ich alles zu meiner Zufriedenheit anpassen.

Die erste Bewährungsprobe auf meiner Wandertour über den Soonwaldsteig meisterte sie sehr gut. Zwar verbockte ich aufgrund einiger Fehleinstellungen etliche Aufnahmen, aber die Gewichtsersparnis gegenüber meinem DSLR-System war schon enorm. Auch das Kit-Zoom-Objektiv mit 12-50 mm erwies sich als sehr guter Allrounder und lichtete bis an die Ränder scharf ab.

Die nächste Bewärungsprobe waren natürlich meine Produktfotos! Auch hier schlug sie sich richtig gut! Anfangs fotografierte ich noch mit RAW-Dateien, musste aber sehr schnell erkennen, dass der JPEG-Engine der OM-D direkt aus der Kamera schon Ergebnisse brachte, die eigentlich nicht mehr bearbeitet werden brauchten.

Auch im Lichtzelt mit Metz-Systemblitz schlug sie sich wacker. Doch hier merkte ich schnell, dass mit dem großen Aufsteckblitz das Handling doch schon schwieriger wurde. So musste schnell der Batteriegriff her, der leider auch recht heftig im Preis war, aber eine Investition, die sich lohnte, konnte ich doch mit dem Blitz wesentlich angenehmer arbeiten und sehr gute Ergebnisse erzielen.

Das Erlebnis, das mich am meisten von der OM-D überzeugte, will ich natürlich nicht vorenthalten! Ich hatte für Gear einen Rucksack in Szene gesetzt. Da ich keine gute Dekoration im Lichtzelt aufbauen konnte, wählte ich eine Outdoorlocation und machte dort meine Bilder als Raw, entwickelte diese, schraubte noch ein wenig an den Einstellungen und schickte die Ergebnisse an die Redaktion. Das Ergebnis war leider ernüchternd und die Fotos gefielen dort nicht. Mein Chefredakteuer gab mir ein paar Tipps, wie ich den Rucksack präsentieren könnte und welche Deko er sich dort vorstellen könnte.

Nach am gleichen Nachmittag machte ich einige Versuche in diese Richtung und schickte ihm ein Foto, das direkt aus der Kamera als JPEG kam und an dem ich keine Bildbearbeitung vornahm. Das Ergebnis: Genau dieses Foto wurde als Aufmacher für den Artikel vollformatig auf einer Seite abgedruckt!

Seitdem nutze ich RAW wirklich nur noch selten. Der JPEG-Engine der OM-D hat mich voll überzeugt. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich an Entwicklungsparametern in der Bildbearbeitung schraubte, um das Optimum aus meinen Fotos rauszuholen. Ich verlasse mich jetzt auf meine Einstellungen, die ich vor dem Auslösen des Bildes vornehme und den Rest erledigt die Kamera.

Genau das ist es, was ich all die Jahre gesucht habe. Mit der OM-D bin ich endlich wieder Fotograf und kein Bildbearbeiter mehr. Die Zeitersparnis, die ich aus dem Entwicklungs- und Bearbeitungsworkflow gewonnen habe, machen den hohen Kaufpreis allemal weg und ich kann mich endlich wieder darauf konzentrieren, Fotos zu machen!

Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.

Kommentare (7) Schreibe einen Kommentar

  1. Ein schöner interessanter Bericht. Ich denke auch gerade über einen Wechsel auf diese Kamera nach, man liest nur gute Dinge darüber.

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    • Ja, ich kann mich den guten Bewertungen nur anschliessen. Inzwischen haben sich die hohen Anschaffungskosten mehr als bezahlt gemacht. Da der Workflow deutlich weniger Zeit kostet als vorher.

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