Panikmache: Hamsterkäufe!

Vor ein paar Wochen hat das Bundesinnenministerium ihre „Konzeption Zivile Verteidigung (KZV) vorgestellt. Fast augenblicklich überschlugen sich die Pressemitteilungen, dass Deutschland seine Bevölkerung zur Vorbereitung auf den Ernstfall aufrufe.

Man müsse als Bürger Notfalllager anlegen, falls die Russen (oder sonst jemand) kommen und uns angreifen. Es wurde als Aufruf angesehen, Hamsterkäufe zu tätigen, um so schnell wie möglich in den Verteidigungsfall eintreten zu können.

Persönlich, als bekennender Prepper, wirkt diese von der Presse verordnete Panikmache eher lächerlich! Im „Konzept Zivile Verteidigung“ wird die Vorbereitung des Bürgers nur an zwei oder drei Stellen erwähnt.

Einerseits bei der Bevorratung von Wasser und der von Nahrungsmittel. Wobei hier weniger Wasser als Nahrung bevorratet soll. Ein Vorschlag, bei dem jedem, der sich mit Survival beschäftigt hat, klar ist, dass der menschliche Körper mehr Wasser braucht als Nahrung.

Doch um was geht es denn nun eigentlich bei dieser Konzeption, die einen beachtlichen Umfang von siebzig Seiten umfasst?

Nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes in den 90ern war der alte Feind dahin. Die Bundesrepublik wurde um neue Bundesländer erweitert. Weder die UDSSR noch die DDR waren mehr ein Thema. Das Feindbild war Vergangenheit.

Somit wurde sehr viel Geld und Energie in den Aufbau Ost gepumpt und die zivile Verteidigung immer weiter gekürzt. Ja selbst die Wehrpflicht und die Ersatzdienstpflicht wurden abgeschafft. Die fehlenden Zivis machten sich zwar bemerkbar, wurden jedoch schnell kompensiert.

Dafür war es bei den Ersatzdiensten bei THW oder freiwilligen Fuerwehren eher schlechter gestellt. Gerade der Katastrophenschutz musste mit sehr viel weniger Mitteln auskommen.

Doch neuerliche Naturkatastrophen, wie das Schneechaus 2005 oder das fast jährliche Elbhochwasser zeigten auf, dass der zivile Schutz der Bürger an vielen Stellen zu wünschen ließ. Aktuell rücken wir dann auch immer mehr in die Gefahr eines terroristischen Anschlages oder einem ernst zu nehmenden Zustand in einem AKW.

All diese möglichen Szenarien werden in der KZV auf einen Nenner gebracht und es wird aufgezeigt, was der Bund, was die Länder und was der einzelne Bürger leisten muss, damit es im Notfall funktioniert. Wirklich konkret für den Einzelnen wird es eigentlich nicht.

Wer nun doch den Weg gehen und sich für den Notfall vorbereiten will, ist beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ganz gut aufgehoben. Dort gibt es das Magazin „Bevölkerungsschutz“ viermal im Jahr und den „Ratgeber Notfallvorsorge“. Gerader letzterer kann als gutes Grundlagenwerk für den angehenden Prepper bezeichnet werden.

Dieser Ratgeber ist schon seit einigen Jahren veröffentlicht und hat nicht die gleiche Resonanz wie die KZV erhalten. Warum ist dies so? Es wird wohl an dem Wörtchen „Verteidigung“ liegen.

Muss man sich verteidigen, lag vorher ein Angriff vor. Die Bedrohungslage „Angriff“ war seit dem Fehlen eines Feindes, für Jahrzehnte nicht mehr existent. Wohingegen der „Ratgeber Notfallvorsorge“ eher in den Bereich der Katastrophenvorsorge gefallen ist. Nur im Zusammenspiel mit der KZV bekommt er nun eine erhöhte Brisanz und wird in den Fokus gerückt.

Gerade dieser Ratgeber gibt dem interessiertem Bürger eine Fülle von Informationen, wie er sich auf einen Notfall vorbereiten kann. Vom Erste-Hilfe-Pack bis zum Notvorrat wird alles eingehend beleuchtet. Das alles ohne große Panikmache und schon seit Jahren.

Natürlich wurde das KZV von der Presse extrem aufgebauscht. War doch der Gedanke in einem vereinten Europa Angriff eines Krieges zu werden undenkbar und reaktionär. Und natürlich gab es einige, die in voller Panik, in den nächsten Supermarkt liefen und sich eindeckten, weil der Feind ja schon an den Grenzen oder in eigenen Land eingedrungen war.

Und natürlich wird es weiterhin die Leute geben, für die das alles Quatsch ist. Die weiterhin ihr Leben leben, ohne irgendwelche Gedanken darüber zu verlieren, was ist, wenn die Kacke am Dampfen ist. Und machen wir uns nichts vor: das wird der Großteil der Bevölkerung sein!

Ja, ich bereite mich vor. Ja, ich hamstere. Ja, ich erweitere laufend mein Wissen, wie ich auch ohne Supermarkt überleben kann. Ich bin schließlich seit Jahren Prepper.

Habe ich Panik?

NEIN!

Meine Vorbereitung läuft schon seit Jahren. Bei jedem Einkauf mal ein wenig mehr kaufen und an einem Extraort verstaut, wird der Vorrat immer größer.

Lasst euch nicht in Panik versetzen. Mit gesunden Menschenverstand an die Sache rangegangen, ist besser als alles zu überstürzen. Bereitet euch vor im Stillen. Das hat etwas von Selbstverantwortung. Dann braucht ihr auch eine, wie auch immer geartete, Notsituation nicht fürchten.

Wie bereitet ihr euch vor? Schreibt es mir in den Kommentaren!

Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.

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