Selbstverteidigung mit der Taschenlampe

Eine leistungsstarke Taschenlampe gehört in ein ordentliches EDC.  Trotzdem gibt es viele Nutzer, die die Taschenlampe irgendwo tief in eine Tasche oder in den Rucksack stecken. Für mich gehört sie aber in den Direktzugriff – jederzeit – überall. Warum ich das so sehe, erfährst Du im folgenden Artikel.

Eigentlich bin ich ja so ein typischer Messerträger. Ein Folder in der Hosentasche der Jeans auf der rechten Seite, um direkt genutzt werden zu können. Doch die Entwicklungen hin zur aktuellen Verschärfung der Waffen- und Messergesetze haben mich schon im letzten Jahr zu der Entscheidung geführt, ein Messer nicht mehr zugriffsbereit zu führen. 

Taschenlampe im EDC
Taschenlampe im EDC

Hinzu kamen Überlegungen in der Selbstverteidigung, ob ein Messer in einer SV-Situation nicht zusätzlich eskalierend wirkt. Und im Nachgang zu solch einer Situation kann man schon in Erklärungsnöte mit den Ordnungsbehörden kommen.

Als Alternative gibt es diverse Kubotans, Tactical Pens oder sonstige Druckverstärker. Doch keine ist so praktikabel, wie ein moderne taktische Taschenlampe. Da sowas ja eh schon im EDC vorhanden war, habe ich mich ein wenig mehr mit ihr auseinander gesetzt.

Schlagverstärker im Überblick
Schlagverstärker im Überblick

Moderne und leistungsstarke LEDs in Verbindung mit starken Lithium-Ionen-Akkus machen aus diesen recht kleinen Lampen ordentliche Lichtwunder. Die Hersteller überbieten sich inzwischen mit den enormen Lichtleistungen und den unterschiedlichsten Schaltmöglichkeiten solcher Tactical Flashlights.

Doch gerade, wenn man die Taschenlampe im EDC auch zur Selbstverteidigung nutzen will, fallen viele Lampen durch. Aus meiner Erfahrung sollte die Taschenlampe folgendes können:

Nextorch TA 15
Nextorch TA 15

Eine Blendung des menschlichen Auges tritt bei etwa 200 Lumen ein. Empfehlen kann man hier sicherlich Taschenlampen mit einer Leistung ab 500 Lumen. Eine Blendung findet hier auf jeden Fall statt.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Funktionen und die Bedienbarkeit der Taschenlampe. Der wichtigste Punkt ist hier sicherlich, dass die höchste Leuchtstufe und/oder der Stroboskop direkt geschaltet werden können. Dies sollte über einen Endkappenschalter (Tactical Switch) möglich sein.

Ein Bonus wäre hier, wenn weitere Leuchtstufen vorhanden wären und über eine separate Schaltung bedient werden könnten. Aufgrund des Stresses, der in einer Selbstverteidigungssituation vorhanden ist, ist hier weniger sicherlich mehr und eine leichte Bedienbarkeit ist vorzuziehen.

Kaltweißes Licht ist unangenehmer für das menschliche Auge. Daher sollte die LED dies auf jeden Fall können.

Für die Selbstverteidigung sollte die Taschenlampe möglichst robust sein. Moderne taktische Lampen werden in der Regel aus Luftfahrtaluminium gefertigt und sind dementsprechend robust. Sie sollte von der Länge mindestens einen Zentimeter auf beiden Seiten der Faust hinausschauen können. Da das eher ein individuelles Maß ist und es physiologische Unterschiede gibt, sind hier keine Gesamtlängen angegeben.

Zu guter Letzt sollte die Taschenlampen über einen Gürtelclip verfügen, damit sie leicht an der Kleidung oder an der Ausrüstung befestigt werden kann.

Taschenlampe in der Hosentasche immer griffbereit
Taschenlampe in der Hosentasche immer griffbereit

In der Anwendung wird die Taschenlampe dann zur Aufklärung von dunklen Bereichen und in der Selbstverteidigung genutzt. Man leuchtet einen dunklen Bereich aus und identifiziert eine Bedrohung. Danach erfolgt noch auf weite Distanz die Blendung des Gegners mit dem Stroboskop. Je nach Situation kann man die Blendung des Gegners zur Flucht nutzen oder, wenn ersteres nicht möglich ist, man geht in die körperliche Auseinandersetzung über.

Auch hier hilft die Taschenlampe. Der Metallkorpus ist sehr viel härter als eine normale Faust. Gerade, wenn der Lampenkopf auf der Unterseite der Faust herausragt, kann mann sehr verheerende Schläge mit der Hammerfist austeilen.

Selbstverteidigung mit der Taschenlampe: Bereit für die Hammerfist
Selbstverteidigung mit der Taschenlampe: Bereit für die Hammerfist

Im November letzten Jahres hatte ich die Möglichkeit, Selbstverteidigungstechniken in meiner Krav-Maga-Gruppe vorzustellen. Natürlich gab es eine gewisse, anfängliche Zurückhaltung zur Taschenlampe. Jemand, der lernen will, sich mit seinem Körper zu verteidigen, tut sich oft schwer ein Tool dafür zu nutzen. Aber nach ein paar Trainingseinheiten kam die Taschenlampe sehr gut an.

Zweite Griffvariante. Für die Selbstverteidigung möglich, aber nur begrenzt nutzbar
Zweite Griffvariante. Für die Selbstverteidigung möglich, aber nur begrenzt nutzbar

Natürlich hoffe ich, solche Trainingseinheiten immer mal wieder wiederholen zu können. Auch hier im Blog werde ich mich weiter mit dem Thema befassen. Folgende Taschenlampen für die Selbstverteidigung habe ich hier schon vorgestellt:

Nextorch TA15

Nextorch TA30

Fight with Light!!!
Fight with Light!!!

Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.