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Schildwall

Nach der eigenartigen Erfahrung mit Sophie in der Kneipe, träumt Mike wieder einen eigenartigen Traum.

Nebel.

Dick und schwer wie altes Fleisch. Er schmeckte nach Eisen und Asche.

Ich stand in einer Wand aus Männern. Schilde drückten sich gegeneinander, Hände verkrampft um Holz und Stahl. Der Atem roch nach Angst, nach Tod.

Dann: das Horn.

Ein dumpfer, grollender Ton, der durch Mark und Knochen schnitt.

Die Welt explodierte.

Eisen prallte auf Eisen. Blut spritzte über Gesichter, dampfend auf kalten Helmen. Ein Speer zerriss den Mann links von mir, sein Körper sackte gegen meinen Schild und glitt hinab, die Eingeweide wie glühende Schlangen im Schlamm.

Der erste Tropfen Blut verändert alles.

Mike merkt schnell, dass die Grenze zwischen Mensch und Bestie dünner ist, als er je geglaubt hat.
Gejagt von Vampiren, umgeben von alten Mächten und mit einer Dunkelheit in sich, die jederzeit ausbrechen kann.

Keine Heldenreise.
Kein Schwarz und Weiß.
Nur die Frage: Wie weit gehst du, um zu überleben?

Die Moon-Chroniken – eine düstere Reise durch eine Welt, in der Monster real sind.

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Ich brüllte, spürte, wie mein Herz raste, als würde etwas in mir erwachen – etwas Altes. Etwas Hungriges.

Neben mir stand Einar – Wolfssohn.

Seine Augen flackerten wie zwei Feuer in einem Sturm.

„Bruder!“, schrie er, und wir stießen vor.

Ich schlug.

Ich spürte, wie Knochen nachgaben. Wie Blut warm über meine Hände lief.

Ich roch es – süßlich, metallisch, lebendig.

Die Bestie in mir lachte.

Dann: ein Pfeil.

Einar taumelte.

Eine Lanze bohrte sich durch seine Seite, riss Fetzen aus Fleisch und Kettenhemd. Ich brüllte seinen Namen, stürzte vor, als die Wand um uns zerbarst.

Ich sah die Axt kommen – zu spät.

Ein gleißender Schmerz, dann Dunkelheit.

Ich fiel. Spürte das kalte Eisen in mir, das Blut in meinem Mund.

Einar fing mich auf, seine Finger glitten über mein Gesicht, hinterließen rote Spuren.

„Nicht du …“, flüsterte er.

Tränen, Blut, Regen – alles eins.

Seine Stimme zerriss im Wind.

Dann sah ich, wie er zu Boden blickte – und jemandem folgte, der aus dem Nebel trat.

Eine Frau mit Augen so schwarz wie der Nachthimmel. Sie flüsterte ihm etwas zu. Einar sah auf meinen leblosen Körper, dann auf sie – und nickte.

Dann brannte alles.

Blut und Feuer verschmolzen, brannten sich in mein Fleisch, in mein Herz, in meine Seele.

Und im Flammenmeer, ehe alles schwarz wurde, hörte ich Wolfssohns Stimme:

„Du bist nie gestorben, Bruder. Du hast mich nur vergessen.“

Die Frau drehte sich um. Ein Licht fiel auf ihre Züge. Ich kannte sie. 

Sophie? Das konnte nicht sein. Ich rief im Traum ihren Namen und wachte schweißüberströmt auf.

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