Vor etwa einem Jahr traf ich einen Freund aus meinen Krav-Maga-Tagen wieder. Aaron trainierte gerade mit seinem Hund Cooper auf einer Wiese, Loki und ich schauten dabei zu. Im anschließenden Gespräch erzählte er mir, dass er in der Ortsgruppe Wuppertal-Eskesberg des Vereins für Deutsche Schäferhunde in einer gemischten Hundegruppe trainierte. Er lud mich ein, doch einfach einmal vorbeizuschauen.
Das tat ich – und war zunächst begeistert. Fußläufig von meinem Zuhause entfernt ein umzäuntes Gelände von rund 7.000 Quadratmetern zu haben, war ideal. Vor allem für meinen Husky Loki, der dort endlich einmal richtig Gas geben konnte.
Also zahlte ich meinen Beitrag und trainierte fortan dort mit. Das Training war abwechslungsreich, Loki hatte sichtlich Spaß. Die Hunde wurden überwiegend über positive Verstärkung in die Übungen geführt, Fehlverhalten wurde sauber abgebrochen.
Natürlich beobachtete ich auch das Training, das Aaron mit seinem Hund Cooper und der später dazugekommenen Fibi absolvierte, um mit beiden die Begleithundeprüfung zu bestehen.
Bei einigen Methoden war ich allerdings skeptisch. Die Hunde wurden an einer speziellen Leine geführt, die am Hals befestigt war und sich zuziehen konnte – für mich faktisch ein Würgehalsband und damit ein klares No-Go.
Auch im normalen Training sollten die Hunde ausschließlich mit Halsband geführt werden, um Korrekturen über Leine und Hals durchzuführen. Das bereitete mir ebenfalls Bauchschmerzen. Ich wechselte daher recht schnell wieder zu Lokis Geschirr. Das wurde vom Trainer widerwillig, aber letztlich akzeptiert.
Aaron wollte diesen Ansatz auch in seinem BH-Training mit beiden Hunden umsetzen. Das wurde jedoch kategorisch abgelehnt. Ebenso der Versuch, seine Hunde – die sich hervorragend über Spielzeug motivieren lassen – im Training darüber zu führen. Der Trainer bestand ausschließlich auf Futterbelohnung, obwohl diese bei Aarons Hunden nachweislich schlechtere Ergebnisse brachte.
Das Resultat: Beide Hunde seien nicht für den Begleithunde- oder Schutzhundesport geeignet, und Aaron sei kein guter Hundeführer.
Diese Aussage konnte und kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Aaron ist jemand, der seine Hunde über Stimme, Körpersprache und Präsenz hervorragend motivieren kann. Auch fremde Hunde aus der Hundeschule reagierten sehr positiv auf ihn.
Für mich – als jemand, der vor vielen Jahren selbst Hunde und Menschen trainiert hat – ist Aaron genau der Hundeführer, den man sich wünscht: lernbereit, motiviert und mit einer extrem feinen Antenne für seine Hunde.
All das wurde vom Trainer der Ortsgruppe ignoriert. Eine Anpassung des Trainings, etwa mehr Spielmotivation zuzulassen, fand nicht statt. Es blieb beim starren Festhalten an einer einzigen Methode.
Also suchte sich Aaron folgerichtig eine Trainingsmöglichkeit, die seine Hunde im Begleithundesport besser fördern konnte – ebenfalls in Wuppertal. Als er dies offen kommunizierte, flog er achtkantig aus der Hundeschule und aus dem Training.
Sämtliche positiven Projekte, Engagements und auch finanzielle Zuwendungen, die Aaron in den zwei Jahren zuvor für die Ortsgruppe geleistet hatte, wurden vollständig negiert. Er wurde zur Persona non grata. Zum Feindbild Nummer eins.
Und ich gleich mit.
Allein meine Freundschaft zu Aaron reichte aus, um mich mit einer Art Kontaktschuld zu belegen. Als der Trainer erfuhr, dass ich von Aarons neuem Training wusste, war er kurz davor, auch mich zu verdammen.
Dabei hätte er das gar nicht gebraucht. Seine systematische üble Nachrede über Aaron und dessen Hunde brachte mein Blut mehr als einmal zum Kochen. Mehrere Versuche meinerseits, ihn davon abzuhalten, mich mit seiner Sichtweise zu bedrängen, scheiterten. Den Versuch, mich gegen meinen Freund aufzubringen, blockte ich konsequent ab.
Über eine Woche hinweg wurde ich in jeder Trainingseinheit wegen Aaron angegangen, verbal attackiert, und jeder Hinweis auf die positiven Dinge, die Aaron für den Verein getan hatte, wurde konsequent negiert.
Am Ende brachte ein letzter Tropfen das Fass zum Überlaufen. Ich sagte dem Trainer sehr klar, was ich von ihm halte – und ging.
Scheiß auf die Energie, die auch ich zum Wohle des Vereins investiert hatte. Scheiß auf die Unterstützung eines Trainers, der aufgrund seines Alters und seiner Starrheit für viele Dinge nicht mehr geeignet war.
Loki und ich haben dort viel gelernt – im Positiven wie auch im Negativen. Für die Gruppe tut es mir leid. Dort waren viele engagierte Menschen und gute Hunde. Umso bedauerlicher ist es, wenn starre Trainingsmethoden und menschliche Defizite Einzelner das Klima und die Entwicklung einer ganzen Gemeinschaft belasten.
Mein Respekt für den Trainer ist an diesem Punkt aufgebraucht gewesen. Nicht wegen einzelner Trainingsentscheidungen, sondern wegen des Umgangs mit Menschen, abweichenden Meinungen und berechtigter Kritik.
Hundetraining bedeutet Verantwortung – nicht nur für die Hunde, sondern auch für die Menschen, die mit ihnen arbeiten. Wer diese Verantwortung nicht mehr reflektiert wahrnimmt, sollte sich ehrlich fragen, ob er der Rolle eines Trainers noch gerecht wird.
Wie viel Raum für Entwicklung, Vielfalt und Menschlichkeit lassen wir eigentlich im Hundesport zu?