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Ein Mittagessen

Nach dem Knastbesuch machen sich die vier Freunde auf den Weg zu einem gemeinsamen Mittagessen.

Endlich wieder draußen.

Die stickige Enge des Gefängnisses hing mir noch in den Knochen, mein Kopf rauschte, und immer wieder schoben sich die Fetzen meiner Träume zwischen meine Gedanken wie Schatten, die nicht verschwinden wollten.

Doch draußen empfing mich Sonne. Wärme. Frische Luft.

Ein kurzer Moment Normalität.

Der erste Tropfen Blut verändert alles.

Mike merkt schnell, dass die Grenze zwischen Mensch und Bestie dünner ist, als er je geglaubt hat.
Gejagt von Vampiren, umgeben von alten Mächten und mit einer Dunkelheit in sich, die jederzeit ausbrechen kann.

Keine Heldenreise.
Kein Schwarz und Weiß.
Nur die Frage: Wie weit gehst du, um zu überleben?

Die Moon-Chroniken – eine düstere Reise durch eine Welt, in der Monster real sind.

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Fox und Alex warteten bereits auf dem Parkplatz. Sie hatten ein kleines Restaurant in der Nähe entdeckt, und Gabriel schloss sich uns ohne zu zögern an. Eine Viertelstunde später saßen wir vor dampfenden Tellern, ließen uns das Essen schmecken und taten so, als wäre dieser Tag nicht bereits viel zu schwer gewesen.

Erst beim Kaffee wurde die Stimmung ernst.

Wir sprachen über alles, was wir bisher herausgefunden hatten. Das Haus in Wuppertal war wichtig — vielleicht entscheidend. Gabriel rief sofort in seiner Kanzlei an und gab Sophie den Auftrag, danach zu suchen.

Sophie. Schon wieder.

Ich spürte, wie sich meine Nackenhaare aufstellten.

Zeit, endlich darüber zu reden.

„Ich muss euch etwas sagen“, begann ich und erzählte ihnen von gestern Abend — von Sophies seltsamem Verhalten in der Kneipe, von ihrem Blick, ihren Worten. Und dann auch von meinem Traum. Dass mein Vater sie heute zweimal beim Vornamen genannt hatte. Mein Vater, der sonst jeden wie Inventar behandelte. Wenn er jemanden beim Vornamen ansprach, bedeutete das etwas. Positiv oder negativ — aber definitiv nah.

Gabriel hörte schweigend zu. Ich sah förmlich, wie in seinem Kopf die Zahnräder klickten. Eine merkwürdige Stille legte sich über unseren Tisch, schwer wie Nebel.

Alex war der Erste, der sie zerschnitt.

„Puh… sie hat mit uns gekämpft. Und sie war gut. Hat wichtige Aufgaben übernommen.“ Er sah mich prüfend an. „Bist du dir sicher mit deinem Verdacht?“

„Nein“, antwortete ich ehrlich. „Es ist eher ein Gefühl. Aber das Verhalten gestern war für sie extrem ungewöhnlich.“

Fox hob zustimmend eine Augenbraue. „Wenn dein Vater sie bei uns platziert hat… wäre sie perfekt als Informationsquelle. Das sollten wir prüfen.“

Gabriel seufzte und strich sich durchs Haar. „Sie ist für mich fast unersetzlich. Ohne sie würde ich im Chaos der Kanzlei untergehen. Sie ordnet alles, scannt, dokumentiert sogar die halbe zerstörte Bibliothek des Bundes. Ich vertraue ihr in ihrer Arbeit. Aber… richtig kennen tue ich sie nicht. Privates kommt von ihr kaum.“

„Und wir haben sie tief in unsere Scheiße hineingezogen, ohne sie je zu überprüfen“, warf ich ein.

Alex nickte. „Der einzige echte Außenstehende bei uns ist Dieter — Boris’ Mann für schräge Waffen. Der kümmert sich nur um die Technik, und der Rest interessiert ihn nicht. Zudem steht Boris für ihn gerade.“

„Trotzdem“, sagte ich, „vielleicht sollten wir bei beiden einen Background-Check machen.“

Alex sah mich an und nickte knapp. „Ich kümmere mich darum. Polizeiseitig.“

Gabriel nickte ebenfalls, langsamer. „Und ich behalte Sophie im Auge. Intensiver als bisher.“

Damit stand unsere Entscheidung.

Wir bezahlten, verabschiedeten uns von Gabriel und machten uns auf den Weg nach Nettersheim.

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