An alle Messerfreunde

Die Bundesregierung plant einen der größten Eingriffe in das Messerrecht seit Jahren. Firmen und Interessenvertreter schließen sich zusammen, um etwas dagegen zu tun. Aber irgendwie scheint die Community in sich zerstritten und gerade die wichtige Petition bei Change stagniert bei unter 25.000 Unterzeichner. Was ist da los?

Als Redakteur für das Messer Magazin bin ich sicherlich ziemlich nah dran am Thema der aktuellen Waffenrechtsverschärfung. Das Messer Magazin hat sich mit dem VDB, der Firma Böker Manufaktur aus Solingen und mehreren weiteren Interessenvertretern zusammen getan, um etwas gegen diese Verschäfung zu tun.

Es wurden Aufrufe in den sozialen Medien gestartet, eine Interneseite für das Kulturgut Nutzwerkzeug eingerichtet, es wird mit Politikern gesprochen und man versucht sich weiter zu vernetzen. Und doch hat man den Eindruck die Messer- und Waffencommunity ist nicht so wirklich mit im Boot dabei.

Das sieht man sicherlich an der Zahl der Unterstützer der Petition bei Change: Klar sind über 20.000 Unterschriften schon eine ganze Menge. Aber gibt es in unter den 80 Millionen Einwohnern in Deutschland tatsächlich nur 20.000 Messerträger?

Sicherlich nicht und wenn man neben den Messerträgern noch die ganzen Sportschützen und Jäger mit dazu rechnet, müssten wir Waffenfreunde doch sicherlich im sechsstelligen Bereich liegen.

Inzwischen hat sich die Deutsche Schießsport Union mit dazu gesellt, aber seine Mitglieder hat er wohl noch nicht motivieren können, sich öffentlich zur Unterstützung zu bekennen.

Die Jäger sind bisher noch nicht dabei und durch den Einsatz des Jagdverbands, den Jägern ihren geliebten Saufänger trotz Dolchverbot zu lassen, werden sie wohl nicht mit bei irgendwelchen Protestaktionen dabei sein.

Dies wurde mir von einem befreundeten Jäger bestätigt. Auch dieser will sich gar nicht mehr hier engagieren, da er seinen Dolch ja behalten darf. Und da jetzt im Grunde die Devise raus ist, sich nicht mehr zu bewegen, um ja nicht aufzufallen – man könnte ja doch noch den Saufänger verlieren.

Aber selbst die Messerfreunde machen es sich untereinander ja nicht leicht. 

Da werden in den Foren Messerkonzepte schon jetzt angegriffen, da sie zu martialisch sind und der aktuellen politischen Lage entgegen laufen. Der Messersammler will seine Messer in der Vitrine behalten dürfen und ob der Messerträger ein Trageverbot erhält, ist diesem schnurzegal.

Aber auch auf Facebook sieht man die fehlende Unterstützung sehr deutlich. Das Messer Magazin beispielsweise besitzt Follower im mittleren vierstelligen Bereich. Der erste Post zur Waffenrechtsverschärfung wurde gut 300 mal geliked, aber geteilt nur unter hundert mal.

Schaut man auf die Facebook-Seite des VDB, sieht das ähnlich aus. 

Es scheint, als wolle die Messercomunity schon bei einfachen Mitmach-Aktionen einfach nicht mitmachen. Sich in seinem eigenen sozialen Umfeld pro Messer zu positionieren, ist wohl gerade nicht sehr beliebt.

Ja, auch mir ist es schon passiert, dass mich Freunde und Kollegen auf meine Unterstützungsaufrufe gegen die Waffenrechtsverschärfung kritisch angesprochen haben. Ich seh das aber gar nicht so negativ an. Für mich ist das immer auch ein Einstieg in eine Diskussion für das Messer und das Recht eines zu tragen.

Leute! Es ist hier wirklich fünf vor zwölf!

Und ich meine hier nicht nur das Messerverbot! Das, was jetzt gefordert wird, wollte Boris Pistorius schon vor Jahren umsetzen und scheiterte. Nancy Faeser versuchte es schon vor zwei Jahren und scheiterte. Jetzt versucht sie es wieder.

Alles, was schon einmal als Papier zur Waffenrechtsverschärfung definiert wurde und nun im Innenministerium oder bei irgendwelchen Politikern in der Schublade liegt, wird, wenn die Messerrechtsverschärfung jetzt durchkommt, in den nächsten Jahren sicherlich auch Sportschützen und Jäger treffen.

Was passiert, wenn Halbautomaten, die wie Kriegswaffen aussehen, verboten werden? Wer definiert eine Kriegswaffe? Will man nur AK-Plattformen darunter fassen oder auch AR-15-Kopien. Was ist mit Kriegswaffen aus anderen Epochen? 

Was passiert, wenn WBK und Jagdschein wirklich mit der Jagdgelegenheit gekoppelt werden? Wieviel Jäger werden so Ihre Jagdgewehre wieder abgeben müssen. Wie lange dürfen Jäger noch mit Ihrem Saufänger herumlaufen?

Und dass sich die Politik nicht um genaue Definitionen kümmert, zeigt sich am geplanten Kampfmesserverbot. Was ist denn nun genau ein Kampfmesser? Eine zweischneidige Klinge fällt schon unter das Dolchverbot.

Sind vielleicht Tactical Knives gemeint? Also würde jedes Messer, das die Begrifflichkeit Tactical im Namen hat, verboten.

Oder reicht die Definition des Kampfmessers bei Wikipedia? Dann würde das Bowie-Messer in Zukunft verboten werden.

Oder ist eine schwarz beschichtete Klinge schon eine Kampfmesser? Ja, dann gute Nacht! Dann werden selbst Bushcraft- und Outdoormesser mit schwarzer Beschichtung zum Korrosionsschutz verboten.

Oder ist ein Swiss Army Knife (SAK) schon ein Kampfmesser aufgrund des Begriffs Army (Armee). Dann würden selbst die zivilen, roten Taschenmesser aus der Schweiz in Deutschland illegal.

FREUNDE. BITTE WACHT AUF!

Wir Messer- und Waffenfreunde müssen jetzt zusammenstehen! Egal ob Messerfan, Sportschützen oder Jäger! Nur gemeinsam können wir was bewegen.

Unterschreibt die Petition!

Teilt in eurer Community euer Nein zur Waffenrechtsverschärfung!

Teilt die Internetseite zum Kulturgut Nutzwerkzeug!

Sprecht eure Lokalpolitiker an!

Teilt die Aufrufe gegen die Messerrechtsverschärfung auf Facebook und in allen sozialen Medien!

Unterstützt eure Verbände. Werdet Mitglied in einem Verband, wie dem VDB, der sich für alle Waffenträger einsetzt!

Und an alle, die jetzt immer noch nichts tun wollen, schämt euch! Das, was ihr tut ist das typisch deutsches Duckmäusertum! Ja nicht auffallen! Lasst doch die anderen ihre Freiheiten verlieren. Diese Haltung hatten wir in der jüngeren deutsche Geschichte schon mal! Ihr wärt echt gute Mitläufer! 

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