Kategorien
Meinung Schamanismus Spiritualität

Der Baum und ich

Ein Gedanke, der mir heute auf meinem Sitzplatz im Wald durch den Kopf ging.

Auf meinem Sitzplatz im Wald dachte ich heute darüber nach, was sich hier seit gestern verändert hatte.

Der größte Unterschied war die Nässe. In der Nacht hatte es geregnet. Der Boden war dunkel, Blätter und Gräser trugen noch Tropfen. Doch ansonsten war alles wie zuvor. Die Bäume standen an ihrem Platz, die Pflanzen wuchsen zwischen ihnen.

Keine drängte sich in den Vordergrund. Kein Baum rief: Hallo, hier bin ich! Seht her, was ich geleistet habe!

Sie waren einfach da.

Wir Menschen dagegen scheinen ständig zeigen zu müssen, wer wir sind und was wir Großartiges getan haben. Immer lauter. Immer plakativer. Immer stärker nach außen gerichtet. Als sei etwas nur dann von Bedeutung, wenn es gesehen und von anderen bestätigt wird.

Vielleicht würde es uns guttun, ein wenig mehr wie ein Baum zu sein.

Fest zu stehen, ohne uns ständig darstellen zu müssen. Zu wachsen, ohne jeden neuen Zweig vorzuzeigen. Schatten zu spenden, ohne dafür Dankbarkeit zu erwarten. Unsere Aufgabe zu erfüllen und zugleich zu wissen, dass wir nur ein Teil von etwas sind, das sehr viel größer ist als wir selbst.

Ein Baum muss seine Bedeutung nicht erklären.

Er ist.