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Moon

Mike in Gefangenschaft bei den Vampiren. Er wird mit dem Zug abtransportiert. Moon wacht über ihn.

Ich stand neben Sophie.

Das dumme Ding hätte nur ihre Hand ein Stück senken müssen – und sie hätte mir den Kopf kraulen können.

Aber natürlich tat sie es nicht.

Mikes Blick war zuerst schwach, verletzlich. Doch als er meinen traf, sah ich, wie etwas in ihm aufflammte. Stärke. Entschlossenheit.

Er würde sie brauchen. Und ich auch.

„Sophie, du fährst mit ihm. Behalte ihn im Auge – und auch Morgana. Ich traue ihr nicht.“

Morgana.

Ein alter Name.

Britta hatte ihn erwähnt, als sie von der ersten Hexe im Wald sprach. Könnte sie es wirklich sein? Die Hexe vom See. Die, die Artus verführt und zerstört hatte.

„Ja, Meister. Wohin geht die Reise?“

Meister.

Pffff.

Ich könnte kotzen.

Dieses ewige Speichellecken. Dieses Unterwürfige, das sie alle so gern zeigen. Und wie er sich darin suhlt – in ihrer Ergebenheit, in seiner Macht.

Vampire sind langweilig.

Ja, Herr dies. Ja, Herr das. Immer dieselbe Leier.

„Nach Rumänien“, sagte er. „In Helenas altes Schloss. Wir haben es in den letzten Jahren etwas… aufgehübscht. Dort lernst du die richtige Hexe kennen. Und Wolfssohn wirst du auch treffen. Wenn ihr das Geheimnis aus dem Vieh im Waggon endlich herausgeschnitten habt, gib mir Bescheid. Danach kannst du mit ihm machen, was du willst. Aber beiß ihn nicht – sein Blut wird dir nicht bekommen.“

Dann drehte er sich einfach um und verschwand in der Dunkelheit.

Kein Abschied. Keine Geste. Nicht einmal ein Blick zurück zu seiner Prinzessin.

Das hat ihr gar nicht gefallen. Ich spürte, wie der Trotz in ihr aufflammte. Sie stapfte zum Zug, stieg in ein Abteil und knallte die Tür hinter sich zu.

Ich folgte ihr, kauerte mich in eine Ecke und hielt sie im Auge.

Während ich mich sammelte, tastete ich nach dem Geist des weißen Fuchses – und fand ihn.