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Wenn der Alltag zu laut wird

Wenn uns der Alltag zu sehr einnimmt, verpassen wir doch das Beste.

Es überrascht mich immer wieder, wie der Alltag mich aus meinen Phasen der Aufmerksamkeit und des Nach-innen-Schauens herausreißt. Ganz heimlich schleicht er sich an, springt mich von hinten an und will mir zeigen, wie wichtig er doch ist. Und immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich ihm zustimme: „Ja, du hast wohl recht.“

Das geht so lange, bis mein Bewusstsein – oder vielleicht besser meine Seele – reagiert und mich wieder ausbremst. Sie erinnert mich daran, dass der Alltag zwar seine Berechtigung hat, aber niemals meinen ganzen Blick einnehmen sollte. Ein Teil meiner Aufmerksamkeit sollte immer nach innen gerichtet sein.

Wie voll ist mein Akku noch? Laufe ich bereits auf Reserve? Dreht sich das Hamsterrad schon wieder zu schnell? Wie sieht meine mentale Verfassung aus? Wo sollte ich einen Gang zurückschalten?

Das Gas herausnehmen. Langsamer werden.

Bei mir zieht der Körper oft erst ganz am Ende die Notbremse und zeigt mir, wann Schluss ist. Das ist sicherlich nicht der ideale Weg, aber eine Notbremse, die mich immer wieder daran erinnert, aufmerksamer mit mir selbst umzugehen.

Je mehr ich wieder bei mir ankomme, desto mehr nehme ich auch die Welt um mich herum wahr.

Der zweite wichtige Blick richtet sich nach außen – auf die Menschen, die uns umgeben. Auf die Familie, Freunde und Nachbarn, die vielleicht gerade unsere Hilfe brauchen. Geh nicht einfach an ihnen vorbei. Frag ehrlich, wie es ihnen geht und wie du ihnen helfen kannst. Auch Fremde können manchmal ein freundliches Wort oder eine helfende Hand brauchen.

Und versuche auch, der Schöpfung etwas zurückzugeben. Heb ein Stück Müll aus der Natur auf oder befreie einen Baum von einem abgestorbenen Ast. Oft sind es gerade die kleinen Gesten, die etwas verändern – für andere und auch für uns selbst.

Und freue dich am Ende über den Tag, den du erleben darfst. Er ist einzigartig und kommt nie wieder.

Laufe nicht mit Vollgas durch ihn. Tritt ruhig einmal auf die Bremse. Halte inne. Fühle, schaue, rieche, taste und schmecke.

Da draußen gibt es so viel mehr als nur den Alltag.