Nimm Deine Umgebung wahr

Bevor wir uns über all die Fascetten der Selbstverteidigung unterhalten wollen. Solltet ihr lernen, gar nicht erst in eine solche Situation zu kommen. Dies könnt ihr aber nur, wenn ihr eure Umgebung richtig wahrnehmt.

Das gewohnte Bild, das ja schon ein Unwort des Jahres wurde, sind Menschen, die permanent auf ihre Smartphones starren. Den Blick gesenkt, ist Ihre komplette Konzentration auf diesen kleinen Kasten gerichtet.

Auch die bekannten Knöpfe im Ohr sind der Außenwahrnehmung nicht förderlich. Dann noch im Bus die Augen schließen und sie bekommen gar nichts mehr mit.

Dabei sollte man doch gerade seine Sinne alle beisammen haben, um eine möglichen Gefährdungslage zu erkennen und diese umschiffen zu können. Lautes, aggressives Geschrei kann auf solch eine Situation hinweisen. Nur mit den Knöpfen im Ohr bekommt man diese nicht mit.

Auch wenn sich jemand aggressiv einem nähert, kann man das nicht erkennen, wenn man auf das Smartphone starrt. Hier muss man sich dann auch fragen, ob das präsentieren des neusten Megaphablet von Hersteller xy nicht die ganze Situation hervorgerufen hat.

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, mein Umfeld ständig zu beobachten und diese Ablenkungen nicht zu erliegen. Ständig taxiert mein Blick von 9-12-3 Uhr. In unregelmäßigen Abständen schaue ich mal auf 6 Uhr nach, was hinter mir so los ist.

Dies habe ich mir durch meine letzte Hündin Nelly angewöhnt, die sehr jagdlich orientiert war. Sah sie ein Eichhörnchen, war sie weg. Bei einem Reh, Fuchs oder Hasen ebenso. Ständig musste ich aufpassen und die Gefahr im Vorfeld erkennen, um sie abrufen zu können. Auch nach Rückwärts musste ich auf schnelle Radfahrer achten.

So etwas mal wegen dem Hund zehn Jahre lang zu machen, schleift eine Gewohnheit auch im Alltag ein, die man so schnell nicht mehr los wird. Aber so erkenne ich viele Gefahren im Vorfeld und kann alternative Handlungskonzepte entwickeln.

Cade Courtley nennt dies in seinem „Navy-Seal-Survival-Guide“ Situational Awareness. Auch hier geht es darum seine Aufmerksamkeit zu schulen und bestimmte Auslöser zu entwickeln, die automatische eine persönliche Reaktion starten. Dadurch wird es möglich, Gefahren zu umschiffen und wenn nichts mehr anderes geht, genau richtig zu reagieren.

Aber auch wenn man seine Umwelt nicht ständig genau beobachtet, sollte man seine Sinne beisammen haben. Brandgeruch in der Nase kann auf ein Feuer hindeuten. Wüstes Schimpfen, laute Stimmen oder Geschrei können auf eine Eskalation hindeuten. Die drei Typen, die Dir gerade entgegen kommen, taxieren Dich. Nun wäre es spätestens an der Zeit ein alternatives Handlungskonzept zu entwickeln.

Wie so etwas aussieht erfahrt ihr beim nächsten Mal.

Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Die Umgebung genauer wahrzunehmen ist tatsächlich ein guter Rat! Jedoch nicht nur für Gefahrensituationen, obwohl man die Sinne dafür ruhig schärfen sollte.
    Statt aufs Handy zu starren, entdeckt doch mal eure Umgebung: bunte Wiesenblumen, ein Grillenkonzert an einem warmen Sommerabend (warum gibt es eigentlich im Rheinland keine Grillen! ), der Geruch frisch gemäht Heus, der Mond an einem sternklaren Abend … merkst du, was uns allen entgeht: schöne Momente des Lebens! Wahrnehmen kann uns also auch Freude bereiten. Und es tut gut in einer Welt, die für uns immer weniger fassbar und immer öfter bedrohlich wird.
    Schärfen wir also unsere Sinne. Hören, riechen, schmecken und fühlen wir. Das bereichert unser Leben, schützt uns und bereitet Freude.

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    • Danke, Andrea.

      Deinem Kommentar kann ich nur zustimmen. Natürlich kann man seine Sinne auch für die Welt im allgemeinen öffnen.

      Unsere Mutter Erde hat so vieles zu bieten, dass für viele unerreicht bleibt, weil sie es nie wahrnehmen. Das ist wirklich schade.

      Sowas passierte mir wieder am Wochenende: In gut zwei Meter standen zwei junge Rehe im hohen Gras und blickten mich und meinen Begleiter an. Dieser musste natürlich das Smartphone rauskramen und versuchen diese Situation zu fotografieren. Natürlich hat diese Bewegung die Tiere erschreckt und sie sind abgehauen. Hätte er sich an dem Anblick erfreut, so wie ich, hätte er kein Foto gebraucht, denn das Bild habe ich jetzt im Kopf und wenn ich die Augen schließe, sehe beide Rehe wieder vor mir.

      Viele Grüße
      Björn

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  2. Pingback: Lerne, Dich selber zu verteidigen | Björn Eickhoff

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