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Garmin Enduro 4

Viel Evolution, wenig Grund zum Wechsel

Nach der fēnix 9 bringt Garmin nun auch die Enduro 4 auf den Markt. Meine Meinung dazu ist eindeutig: Der große Wurf ist sie nicht.

Schaut man sich die Neuerungen gegenüber der Enduro 3 an, bleibt überschaubar wenig. Es gibt mehr Arbeitsspeicher, doppelt so viel Speicherplatz und eine überarbeitete Karten-Engine. Garmin verspricht, dass sich die Karte bis zu 30 Prozent schneller verschieben lässt. Dazu kommt eine neue Perspektivansicht, die den Blick auf den weiteren Weg erleichtern soll. Das sind Verbesserungen – nach zwei Jahren Abstand zwischen den Modellen hätte ich allerdings mehr erwartet.

Äußerlich bleibt das Gehäuse offenbar unverändert. Neu ist vor allem das ComfortFit-Armband. Das wirkt auf mich wie eine ziemlich magere Ausbeute für ein neues Modell.

Auch bei der Akkulaufzeit und der Solarleistung gibt es laut den veröffentlichten Angaben keinen Fortschritt. Die Enduro 4 soll bei den Laufzeiten auf dem Niveau des Vorgängers bleiben. Ob sich die schnellere Kartendarstellung im Alltag wirklich deutlich bemerkbar macht, muss sich erst noch zeigen. Bei der fēnix 9 gehen die ersten Eindrücke dazu auseinander.

Dazu kommen neue Softwarefunktionen. Ein Teil davon soll im Laufe des Jahres 2027 auch auf die Enduro 3 kommen. Wer bereits das Vorgängermodell besitzt, bekommt also möglicherweise manche Neuerung per Update – ohne eine neue Uhr kaufen zu müssen.

Schon bei der fēnix 9 waren die Entwicklungsschritte für mich eher marginal. Bei der Enduro 4 enttäuscht mich das noch mehr. Inzwischen entsteht bei mir der Eindruck, dass Garmin einen ähnlichen Weg wie Apple einschlägt: Pro Generation gibt es nur noch kleine Verbesserungen, während die Preise hoch bleiben.

Dabei tut sich auch bei der Konkurrenz etwas. Amazfit hat mit der T-Rex Dual Solar eine Uhr vorgestellt, die ein AMOLED-Display mit Solarzellen auf der Vorder- und Rückseite verbindet. Die rückseitige Solarfläche kann Licht aufnehmen, wenn man die Uhr ablegt und in die Sonne legt. Das ist eine interessante Idee, die ich mir auch von Garmin wünschen würde.  

Schade, dass man bei Garmin weiterhin zwischen MIP-Display mit Solar und AMOLED ohne Solar wählen muss. Als Platzhirsch bei den Sportuhren mit Solarladung hätte ich mir hier mehr Innovationsfreude gewünscht.

Meine Empfehlung an Besitzer der aktuellen Enduro- und fēnix-Modelle: Die neuen Modelle könnt ihr euch aus meiner Sicht sparen. Wer von einer älteren Uhr kommt oder neu bei Garmin einsteigt, sollte sich auch die Vorgängermodelle ansehen. Sie dürften inzwischen deutlich günstiger zu bekommen sein.

Natürlich kommt es darauf an, was man selbst braucht und möchte. Für mich als Besitzer einer inzwischen recht alten fēnix 7 Solar sind Enduro und fēnix mittlerweile nicht mehr die passenden Kandidaten.

Ich habe einen Schritt zurückgemacht und bin Garmin trotzdem treu geblieben: Im Sale ist eine Instinct 3 Solar bei mir eingezogen. Ich möchte ausprobieren, ob mir diese Konzentration auf das Wesentliche im Alltag nicht sogar besser liegt.

Von meinen Erfahrungen werde ich euch berichten.