Auto-EDC

In der Regel sind Autopannen schnell behoben. Wenn man aber für längere Zeit auf offener Strecke
liegen bleibt, kann das besonders im Winter auch ernst werden. Was man für solch einen Notfall im
Kofferraum haben sollte…

Auto-EDC
Auto-EDC

Schaut man in moderne Autos hinein, wirkenn sie fast schon wie ein Flugzeug-Cockpit. Auch der Blick unter die Motorhaube setzt diesen Eindruck meist fort. Sieht man doch von den mechanischen Bestandteilen oft nichts mehr, sondern bloß einen fetten Block, der nur einen Stecker für den Diagnose-Computer hat.

Doch was ist, wenn irgendwann auf der Landstraße im Nirgendwo zwischen zwei Ortschaften eine rote Warnlampe blinkt, und das Auto sonst keinen Mucks mehr von sich gibt?In der guten alten Zeit konnte selbst der Nicht-Fachmann noch einiges am Motor selber richten. Der berühmte Nylonstrumpf der Freundin als Keilriemenersatz oder der Zündkerzenschlüssel sind Schnee von gestern. Ohne Zugriff auf den Bordrechner lässt sich oft gar nicht ermitteln, woran es im Getrieben hakt. Und selbst wenn man den Fehler erkannt hat, kommt man an die Fehlerquelle oft nicht mehr ran.

Auto-EDC - Eingepackt
Auto-EDC – Eingepackt

Meist ist die einzige Option, den Pannenservice anzurufen und auf dessen Eintreffen zu warten. Man selber ist zur Untätigkeit verdammt. Da nutzt auch ein gut sortierter Werkzeugkasten nichts mehr. Den Platz sollte man daher lieber mit etwas Sinnvollerem nutzen und dort ein kleines Notfall-Kit einrichten, das die Wartezeit so erträglich, wie möglich macht. Denn je nachdem, wo der Wagen „verreckt“, muss man schon einige Stunden Wartezeit in Kauf nehmen.

Aber es gibt auch Situationen, in der man auf sich alleine gestellt ist. Vielleicht hat das Handynetz keinen Empfang, und man kann keine Hilfe holen. Auch kann die Straße zudem so einsam liegen, dass kein Menschen vorbeikommt. Ein Nacht im Auto sollte man daher mit seinem Notfall-Kit überbrücken können. Sollte dann keine Hilfe nahen, bleibt nur noch, den Weg in die Zivilisation zu Fuß anzutreten. Auch in Deutschland kann das bedeuten, mehr als zehn Kilometer überbrücken zu müssen.

Eine gut gepackte Notfalltasche ist da Gold wert. Was da so alles rein gehört, zeigt die folgende Zusammenstellung.

Handschuhe
Ein paar warme Handschuhe sollten auf jeden Fall ins Gepäck. Sealskinz bietet mit dem Outdoor Sports Mitten ein sehr interessantes und wasserdichtes Konzept. Wie ein Jagdhandschuh kann man die Handschuhe von einen Fäustling zu einem Fingerling umwandeln, indem man die Vorder- und Daumenkappe nach hinten klappt. Dort werden sie mit Magneten gesichert und kommen den Träger nicht mehr ins Gehege. In der Handfläche ist Leder eingearbeitet, um dort für guten Grip zu sorgen. Der Handrückenbereich ist mit Primaloft isoliert und besitzt eine atmungsaktive Membran.
Sealskinz Windproof Cold Weather Convertible Mitt, Preis: EUR 65

Kompass
Wenn man das Fahrzeug im Notfall zurücklassen und sich zu Fuß auf den Weg machen muss, kann es vorkommen, dass die Straßen nicht mehr passierbar sind. Beim Ausweichen ins Gelände besteht dann auch in Mitteleuropa die Gefahr, sich im Wald zu verlaufen. Daher sollten eine gute Karte und ein Kompass mit ins Gepäck.
Der leichte Suunto Kompass bietet einen Spiegel, eine Kimme und ein Peilloch. So lässt sich schnell die Marschroute festlegen und man bleibt sicher auf dem geplanten Weg. Der Kompass ist schwimmfähig und besitzt einen Tragekordel und eine Notpfeife.
Suunto MCB Spiegelkompass, Preis: EUR 29,-

PMR-Funk-Handy
Kommunikationsmöglichkeiten sind in Notsituationen erheblich wichtig. Gut, wenn man da nicht nur auf eine Weise mit anderen in Kontakt treten kann. Das XT-980 von Simvalley funkt natürlich ganz normal im GSM-Netz, bietet aber auch zusätzlich PMR-Funk an: Auf acht Kanälen kann man das Handy als Funkgerät benutzen. Jedoch ist diese Art zu funken auf eine Leistung von 500mW beschränkt. Weit kommt man damit nicht, gerade wenn man im Wald festsitzt. Auf dem Flachland und von einer erhöhten Position aus können durchaus fünf Kilometer drin sein. Für den Nahbereich reicht es auf alle Fälle. Ansonsten bietet das Outdoorhandy eine lange Laufzeit und ist nach IP67 staub-, stoßfest und wasserdicht. Kleiner Tipp: Kanal 8 ist für Notfälle.
Simvalley XT-9801, Preis: EUR 131,95

Kopfbedeckung
Der Trail Hat von Sealskinz ist sehr klein packbar und findet so selbst in einer kleinen Tasche Platz. Dabei bietet er eine enorme Wasserdichtigkeit und sorgt für einen trockenen und warmen Kopf. Die breite Krempe kann an den Seiten nach oben geklappt und über jeweils einen Druckknopf gesichert werden. Sie schützt vor Sonnenlicht und dafür, dass man auch bei strömendem Regen immer freie Sicht hat. Gegen starken Wind besitzt der Trail Hat einen großzügigen Kinnriemen, der individuell einstellbar ist.
Sealskinz Trail Hat, Preis: EUR 34,95

Multitool
Ein robustes Multi-Tool sollte auch im Notfall-Kit nicht fehlen. Das MP600 von Gerber ist ein richtig massives Teil: Die Kombizange kann durch einen Gleitmechanismus mit einem kräftigen Schwung aus dem Handgelenk mit einer Hand geöffnet werden. Der Hartmetallschneider ist auswechselbar und im Inneren der Griffe finden sich noch weitere arretierbare zwölf Funktionen. Neben einer glatten und einer Klinge mit Wellenschliff findet man eine Feile, einen Kreuzschlitz- und mehrere Schlitzschraubendreher. Der obligatorische Kapselheber und der Dosenöffner runden das Angebot noch ab.
Gerber MP600 Bluntnose, Preis: EUR 99,90

Notfall-Trinkwasser
Je nach Temperatur kann man auch bei einer Autopanne durchaus dehydrieren. Um da gegen zu wirken, lohnt es sich abgepacktes „Notfallwasser“ im Kit mitzuführen. Das Wasser kann in 0,5-Liter-Größen bestellt werden und kommt in 100ml-Beuteln. So lässt es sich sehr gut rationieren. Das Notfallwasser ist gut fünf Jahre haltbar.
500 ml Trinkwasser Notration, Preis: EUR 3,95

Notration
Auch wenn man in den meisten Auto-Notlagen wohl nicht verhungern wird, kann etwas zu beißen trotzdem nicht schlecht sein und hebt definitiv die Stimmung! 500g Hartweizenriegel bieten den Nährwert für eine Person pro Tag. Sie werden in vielen Bereichen als Notration eingesetzt und sind extrem lange haltbar. Die leicht gezuckerten Riegel sind zwar etwas krümmelig, machen aber richtig satt.
BP-5 Weizenriegel, Preis: EUR 12,10

Poncho
Der Poncho von Mil-Tec ist nicht nur individueller Regenschutz. Durch seine sechs Abspannpunkte kann er auch sehr gut als Tarp genutzt werden und so einen Notunterschlupf bieten.
Das Ripstop Polyester-Gewebe ist extrem reißfest und hält mechanischen Beanspruchungen gut stand. In Verbindung mit einem optional erhältlichen Liner kann er auch zu einem Sommerschlafsack ausgebaut werden.
US Poncho, Preis: EUR 22,95

Rettungs-Tool
Bevor man Hilfe holen kann, muss man erst einmal aus dem Auto raus. Ist man verunfallt, kann eine schnell Flucht lebensrettend sein. Deshalb gehört ein Rettungstool in jedes Auto.
Das kleine Exitool von CRKT ist so konzipiert, dass es problemlos am Sicherheitsgurt befestigt werden kann und somit immer schnell greifbar ist. Mit dem Gurtschneider hat man im Auto schnell wieder Bewegungsfreiheit und der Glasbrecher schafft einen Fluchtweg aus dem Auto. Ergänzt wird das ganze durch eine kleine integrierte LED-Leuchte, die von einer Knopfzelle bespeist wird.
CRKT Exitool, Preis: EUR 29,95

Schlafsack
Um eine Nacht im Auto zu überstehen reicht ein leichter Schlafsack aus. Der Helium Solo von Mountain Equipment wurde für Hüttenübernachtungen und Sommertouren konzipiert. Daher liegt seine Komfort-Temperatur bei rund 13 Grad Celsius. Dafür ist er aber richtig klein komprimierbar und passt so locker in das Car-Kit hinein.
Der Schlafsack ist mit 125 g hochwertiger Daune befüllt und sorgt per Kammersystem für konstante Wärmeleistung. Aufgrund der leichten Konstruktion besitzt er jedoch keine Abdeckung hinter dem Reißverschluss und keinen Wärmekragen. Menschen über 175 Zentimeter sollten die XL-Version wählen.
Mountain Equipment Helium Solo, Preis: ab EUR 189,90

Wasserfilter
Ist die Notration verbraucht, hilft unterwegs nur die Entkeimung von Wasser aus natürlichen Quellen. Die Trinkflasche von Katadyn bringt das Filterelement gleich mit, und beim Trinkvorgang wird das Wasser gereinigt. Dabei sollte aber kein optisch verschmutztes Wasser in die Flasche eingefüllt werden.
Der Virupur-Glasfaserfilter bietet einen Vorfilter und ein Aktivkohleelement. Dieses entfernt Bakterien und Protozoen bis zu einer Größe von 0,2 Mikron und natürlich auch Viren. Das Filterelement reicht je nach Wasserqualität für bis zu 100 Litern.
Katadyn My Bottle, Preis: EUR 54,95

Stirnlampe
Die Fenix HL50 hat zwei Vorteile. Einerseits ist sie nur in das Kopfband eingeclippt und kann so einfach entnommen und als Winkeltaschenlampe genutzt werden. Außerdem kann sie mit zwei Batterietypen betrieben werden: Die kleinen Lithium Batterien vom Typ CR123, die recht lange lagerfähig sind, ohne ihre Funktionsfähigkeit zu verlieren und eine normale AA-Batterie, wie es sie für kleines Geld überall zu kaufen gibt.
Die HL50 bietet vier Leuchtmodi: High, Mid, Low und Burst. Je nach Baterie können unterschiedliche Lumenwerte erreicht werden: Mit einer CR123 geht es rauf bis zu 365 Lumen und mit einer AA auf 285. In der untersten Stufe mit vier oder drei Lumen leuchtet sie 110 bis 150 Stunden lang.
Fenix HL50, Preis: EUR 49,90

Tasche
Die relativ kleine Umhängetasche von 5.11Tactical ist der typische Grab-and-Go-Bag. Drei Kletttaschen auf der Vorderseite und zwei Reißverschlusstaschen auf den Seiten helfen die Ausrüstung zu organisieren. Das große Hauptfach ist nicht noch einmal unterteilt und nimmt so ordentlich Gepäck auf. Wer dort mehr organisieren will, findet auf einer Seite MOLLE-Bänder und auf der anderen einen weiche Klettfläche. Auch auf den beiden Seitentaschen finden sich MOLLE-Bänder. Die Tasche lässt sich sehr komfortabel über den Schulterriemen tragen. Ein gepolstertes Schulterpolster und eine ebensolche Polsterung an der Rückseite unterstützen dies. Sollte der Bail Out Bag zu sehr schlenkern kann man ihn zusätzlich mit einem Beltloop am Hosengürtel fixieren.
5.11 Bail Out Bag, Preis: EUR 69,95

Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.