5.11Tactical AMP10

Kennst Du das auch? Je größer das Volumen deines Rucksacks umso mehr packst du ein? Das kann Dir mit dem kleinen 5.11Tactical AMP10 nicht passieren! Ich habe ihn mir näher angeschaut.

5.11Tactical AMP10
5.11Tactical AMP10

Das oben beschriebene Problem habe ich schon immer gehabt. Ich habe den Hang bei der Beladung meiner Rucksäcke immer an deren Limit zu gehen. Wenn 20, 30, 40 oder 50 Liter reinpassen, dann müssen die da auch rein! 

5.11Tactical bietet viele seiner Rucksäcke in unterschiedlichen Größen an. Die Standardgrößen werden nach Einsatzdauer eingeteilt: 12, 24, 72 Stunden. Je nach Dauer sind die Rucksäcke größer. Ein gutes Beispiel hier ist die 5.11 Rush-Serie.

Der AMP10 im urbanen Bereich
Der AMP10 im urbanen Bereich

Es gibt im Line-Up von 5.11 aber auch kleinere Sondergrößen, wie sechs und zehn Stunden. Die sind meist für die Slingbags vorgesehen, die nur mit einem Schulterriemen quer über dem Oberkörper getragen werden. Hier kann man die MOAB-Serie als Vergleich nehmen.

Bei den All-Mission-Pack (AMP) Rucksäcken gibt es dann tatsächlich einen Rucksack, der nur für 10 Stunden ausgelegt ist. Dieser ist ein Hybrid, der sowohl als Rucksack, als auch als Slingbag getragen werden kann.

Als Sling oder Rucksack tragbar
Als Sling oder Rucksack tragbar

Mit zwanzig Liter Volumen hat er genau die richtige Kompaktheit, um als Alltagsrucksack zu fungieren. Dabei bietet er durch seine vielen Taschen eine sehr gute Organisationsfähigkeit und kann, wie seine größeren Brüder, über optional erhältliche Gear-Sets weiter angepasst werden. Letztere bieten bis zu drei Liter mehr Kapazität.

Gerade diese Anpassbarkeit über Klettflächen innen und außen und das inzwischen sehr große Angebot an klettbaren Taschen, auch anderer Hersteller, machen den Reiz des AMP-System aus. Man kann seinen Rucksack auf seine ganz speziellen Bedürfnisse anpassen.

Gear-Sets werden mittels Klett außen befestigt
Gear-Sets werden mittels Klett außen befestigt

Vergleicht man hier die Rush-Serie, kann man auch von einer sehr guten Anpassbarkeit sprechen, jedoch ist die Basis hier ein System aus MOLLE-Schlaufen. Das macht die Optik sehr taktisch und martialisch. Da tritt die AMP-Serie unscheinbarer auf.

Klar, mit dem mitgelieferten HexGrid-Panel kann man auch taktische MOLLE-Taschen am Rucksack anbringen. Durch die sechseckige Form kann man diese sogar in festgelegten Winkeln befestigen. Auch hier wirkt ein AMP-Rucksack dann extrem martialisch. 

HexGrid-Panel mit angeschnauften TT Admin Pouch innen im Rucksack
HexGrid-Panel mit angeschnauften TT Admin Pouch innen im Rucksack

Aber er kann eben auch ganz unscheinbar sein. Total Gray-Man und unauffällig. Gerade die blaugrau Farbgebung der Tungsten-Version macht den Rucksack sehr unauffällig.

Hinter der äußeren Klettfläche befindet sich das CCW-Waffenfach, das durchaus mittelgroße Pistolen unterbringen kann. In Deutschland wird das aber eher eine untergeordnete Rollen spielen. Bei mir passt hier sehr gut ein Apple iPad Mini hinein und ich komme an dieses schnell heran, ohne den Rucksack zu öffnen.

Apple iPad mini im CCW-Fach
Apple iPad mini im CCW-Fach

Und hier kommen wir dann zu den ersten Kritikpunkten. Wie eingangs erwähnt kann man den AMP10 auch als Slingbag tragen. Die zwei weiteren Außentaschen sind auf diese Tragweite optimiert und je nachdem, über welcher Schulter man den Sling trägt, kommt man an eine dieser Taschen sehr gut ran, wenn man den Sling vom Rücken vor den Oberkörper zieht.

Das passt problemlos ins CCW-Fach: Piexon Jet Protektor 2 und Ersatzkartuschen am Maxpedition Innenholster
Das passt problemlos ins CCW-Fach: Piexon Jet Protektor 2 und Ersatzkartuschen am Maxpedition Innenholster

Trägt man den AMP10 aber vorrangig als Rucksack muss man immer seitlich an die Außentasche ran und da ist fast immer der obere Kompressionsriemen im Weg. Anfangs hatte ich hier mein iPad untergebracht, aber das Öffnen der seitlichen Tasche hat mich so gestört, dass ich das iPad nun im CCW-Fach trage.

Pepper-Gun unterwegs im AMP10
Pepper-Gun unterwegs im AMP10

Den Zugriff zum Hauptfach hat 5.11Tactical sehr gut gelöst und trägt der hybriden Tragelösung Rechnung. Es kann mit insgesamt vier Reißverschlüssen geöffnet werden, die alle zueinander gegenläufig sind. Trägt man den AMP10 als Sling positioniert man zwei Reißverschlüsse so seitlich, das man das Hauptfach, wenn es am Oberkörper positioniert ist, direkt öffnen kann. 

iPad mini im seitlichen Zugriff. Der obere Kompressionsriemen stört.
iPad mini im seitlichen Zugriff. Der obere Kompressionsriemen stört.

Auf der Deckelseite des Hauptfachs gibt es ein Organizerfach mit Reißverschluss, auf das gut von beiden Seiten zugegriffen werden kann. Das hat man vom Erfolgsmodell MOAB10 übernommen.

Nutzt man den AMP10 als Rucksack sollte man zwei Reißverschlüsse oben positionieren. Öffnet man nun den Rucksack bis zu den oberen Kompressionsriemen hat man direkten Zugriff zu einer Netztasche mit Reißverschluss. Hier sind kleine Ausrüstungsgegenstände schnell erreichbar. Ich nutze sie meist für meine Sonnenbrille und die AirPods.

Zugriff auf das Hauptfach von oben.
Zugriff auf das Hauptfach von oben.

Unter dieser Tasche befindet sich ein kleines Geheimfach, das man auf den ersten Blick gar nicht bemerkt. Es wird auch mit einem Reißverschluss geschlossen. Hier passt eine kleine Geldbörse in Checkkartengröße hinein oder wichtige Ausweise.

Kleines Geheimfach
Kleines Geheimfach

Die komplette Rückwand des Hauptfaches besteht aus flauschigem Gewebe. Hier kann man Klett-Taschen oder weitere Gear-Sets von 5.11Tactical befestigen. Dadurch kann auch der Innenraum komplett individuell organisiert werden.

Organisiertes Hauptfach
Organisiertes Hauptfach

Da es kein weiteres Außenfach für ein Trinksystem gibt, wurde die Aufhängung auch im Hauptfach untergebracht. Diese Lösung empfinde ich nicht als optimal. Will man dort ein Trinksystem nutzen, sollte man es eh in einer Zusatztasche unterbringen, damit es mechanisch von der sonstigen Ausrüstung getrennt ist.

Seitlicher Zugriff auf das Deckelfach innen
Seitlicher Zugriff auf das Deckelfach innen

Nichts ist schlimmer, als wenn die Trinkblase durch einen spitzen Gegenstand beschädigt wurde. Auch will man es nicht, dass sich mal eben zwei bis drei Liter Wasser auf die Ausrüstung im Hauptfach ergießen. Zudem ist bei einem gefüllten Trinksystem schon einiger Platz im Hauptfach belegt.

Auch besitzt der Rucksack kein Auslass für den Trinkschlauch. Hier müsste der Reißverschluss des Rucksacks immer ein Stück geöffnet bleiben.

Mit dem 5.11Tactical AMP10 auf Entdeckertour
Mit dem 5.11Tactical AMP10 auf Entdeckertour

Da ich den AMP10 eher als Alltagsrucksack nutze, kommt bei mir kein Trinksystem zum Einsatz. Ich nutze hier lieber eine BPA-freie Kunststoffflasche bis maximal einem Liter Fassungsvermögen.

Werfen wir dann noch einen Blick auf das Tragesystem. Der AMP10 wird entweder mit einem oder zwei gepolsterten Schulterriemen getragen. Einen Brustgurt gibt es ebenfalls.

Ohne Gear-Set auf der Front hat man genug Platz für Patches
Ohne Gear-Set auf der Front hat man genug Platz für Patches

Was eher nicht so toll ist, ist die starre Rückenplatte. Sie besitzt zwar zwei Polster, die einen Luftkanal bilden sollen. Aber sobald der Amp10 am Rücken anliegt, geben die zwei Polster nach und der Kanal funktioniert nicht. Ein nasser Rücken ist so vorprogrammiert.

Aber ich habe in den letzten Jahren einige Tragesystem an Rucksäcken ausprobiert und keins hat mich vor einem nassen Rücken bewahrt. Also bewerte ich diesen Punkt als nicht so negativ. Will man einen nassen Rücken vermeiden, kann man den AMP10 als Sling tragen oder den Rucksack nur über einen Schulterriemen.

Kleine Klettfläche auf der Front
Kleine Klettfläche auf der Front

Abschließend müssen wir aber über den Preis sprechen! Aktuell muss man etwa 165,- Euro für den Rucksack auf den Tisch legen. Das ist ein ganz schöner Batzen Geld!

Der fünf Liter größere AMP12 ist nur fünf Euro teurer. Ein Rush12 kostet „nur“ 115,- Euro. Hier muss sich jeder selbst die Frage stellen, ob Gray-Man-Optik und Anpassbarkeit wirklich gute fünfzig Euro mehr wert sind. Will man dann noch optionale Gear-Sets integrieren, sind nochmal gut vierzig Euro fällig. So hat der kleine Rucksack schon die Schallmauer von zweihundert Euro durchbrochen.

Insgesamt finde ich, dass der 5.11Tactical AMP10 eine wirklich gute Figur im Alltag macht. Ich nutze ihn weniger als Wanderrucksack, sondern mehr auf den Weg zur Arbeit oder wenn ich sonst im urbanen Bereich unterwegs bin.

5.11Tactical AMP10 mit optionalem 2-Banger Bad auf der Front
5.11Tactical AMP10 mit optionalem 2-Banger Bad auf der Front

Dabei macht es eine ganze Menge mit. Ob ihn der Bahn oder im Bus, das Material ist strapazierfähig und steckt mechanische Beanspruchungen locker weg.

Gerade in der Farbe Tungsten ist der Rucksack super unauffällig und kann mit den entsprechenden Gear-Sets trotzdem sehr gut aufgepimpt werden, ohne taktisch zu wirken.

Mit dem AMP10 ist man für alle Abenteuer gerüstet
Mit dem AMP10 ist man für alle Abenteuer gerüstet

Ich habe mir einige der Gear-Sets. Die von 5.11Tactical erhältlich sind näher angeschaut und werden diese später im Blog näher vorstellen.

Fazit
Teuer, aber von der Anpassbarkeit echt genial. Zudem kann man den Rucksack total verdeckt tragen. Ideal für das Gray-Man-Concept. 
Daten und Fakten
Farbe: Tungsten/Dunkelblau
Volumen: 20 Liter
Maße: 45,7 x 25,4 x 11,4 cm
Material: 500D Dobby Nylon / 1050D Nylon / 420D Nylon / 1000D Cordura Nylon
Preis: EUR 164,95 
Bezugsquelle: Tactic Ready