Pi-Knives Bowie 2018

Ein großes Bowie ist ein amerikanisches Symbol für Freiheit, Abenteuer und Pioniergeist. Klassische Bowies wurden durch unzählige Western populär, die modernen Versionen vor allem durch Rambo. In dieser Tradition liegt auch das neue Bowie von Pi-Knives.

Pi-Knives Bowie 2018
Pi-Knives Bowie 2018

Der österreichische Messerdesigner Sami Stinner hat für Pi-Knives seine Version des Bowie umgesetzt. Er folgt vom Design aber nicht dem Hohlgriff-Messer, sondern eher dem Design der Firma Ka-Bar, die mit dem USMC ein Kampfbowie für das Militär entwickelte. Dessen Klinge ist insgesamt schlanker und der Griff besteht aus Lederscheiben, die in einem Schlagstück enden.

Auch als Holzspalter geeignet
Auch als Holzspalter geeignet

Stinner setzt zwar auch auf die schlanke Form, verbindet diese aber mit modernen Werkstoffen. Als Stahl kommt 8Cr13 zum Einsatz, der mit dem AUS8 vergleichbar ist. Dieser verfügt über eine Titannitrit-Beschichtung, um Reflexionen zu vermeiden. Schlagstück und Handknauf sind aus Stahl gegossen und als Griffmaterial kommt G10 zum Einsatz. Die Griffschalen folgen dem gleichen Design, die Stinner schon bei seinen Messern für den Hersteller BlackFox kreierte, sind hier aber verschraubt und nicht vernietet.

Im Wald voll in seinem Element
Im Wald voll in seinem Element

Bei den Griffschalen fällt auch direkt ein Kritikpunkt auf. Die schließen nicht bündig mit dem Parierelement ab. In dem so entstandenen Spalt kommt es sehr schnell zu Verunreinigungen. Bei einem Messer dieser Preisklasse darf so etwas eigentlich nicht passieren. Ein weiteres Manko sind die gefrästen Rillen auf dem Klingenrücken und in den beiden Fingermulden oberhalb des Parierelements.

Handlage
Handlage

Von der Ergonomie machen sie eigentlich keinen Sinn. Beide Fingermulden werden eher bei feineren Schneidarbeiten als zusätzliche Griffposition benötigt. Wobei feinere Arbeiten mit einer fast 22 Zentimeter langen Klinge schon sehr grenzwertig sind.

Vordere Griffposition
Vordere Griffposition

In dieser Position können die Finger aus den Mulden nicht abrutschen. Die Rillen stören hier nur. Und auf dem sieben Milimeter breiten Klingenrücken sieht das genauso aus. Sinn würde hier eher eine Sägen oder Raspel machen, zum Beispiel für den Fallenbau oder richtigen Sägearbeiten. Dafür müssten die Rillen aber tiefer und anders geformt sein.

Anspitzen eines Stockes...
Anspitzen eines Stockes…

Von diesen zwei Kritikpunkten einmal abgesehen, macht das Messer aber einen sehr ordentlichen Eindruck. Durch die schlankere Klingenform ist es sehr führig. Im Wald ist es bei den gröberen Arbeiten natürlich eher in seinem Element. Hier schlägt es fast die Brücke zu Axt, Beil oder Tomahawk und kann auch als alternativer Spaten genutzt werden.

...oder Auffächern klappen auch
…oder Auffächern klappen auch

Als Scheidenmaterial kommt Kydex zum Einsatz. An der Scheide gibt es einen massiven Tek-Lok mit Gürtelbreitenverstellung und der Outdoorer findet dort noch eine Halterung mit Feuerstahl.

Kydexscheide mit Feuerstahl
Kydexscheide mit Feuerstahl
Fazit
Großes Outdoormesser für die groben Arbeiten, was nicht ganz frei von Kritik ist.
Daten und Fakten
Herstellungsland: Österreich
Klingenlänge: 215 mm
Klingenstärke: 7 mm
Klingenschliff: Flachschliff
Klingenstahl: 8Cr13
Rostbeständig: Ja
Härte Rockwell C: 58-60 HRC
Länge Griff: 120 mm
Stärke Griff: 24 mm
Material Griff: G10
Material Scheide: Kydex
Gewicht (m./o. Scheide): 649 g /424 g
Preis: EUR 289,-
Varianten:Grifschalen schwarz oder oliv
Mit dabei: Scheide mit Tek-Lok, Feuerstahl
Bezugsquelle: Pi-Knives

Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.