Böker Plus Tactical Pen CID cal.45

Artikel: Böker Plus Tactical Pen CID cal.45
Hersteller: Böker Manufaktur

Preis: 49,95

Schaut man sich den Markt der taktischen Selbstverteidigungsstifte einmal an, findet man meist sehr große und wuchtige Modelle, mit denen das Schreiben oft schon recht schwierig ist! Zudem bringen sie spezielle Features mit, wie. z. B. Glasbrecher oder Endstücke, die die DNA des Angreifers sichern sollen. Dadurch werden sie aber nicht kleiner und haben dann doch schon ein recht aggressives Aussehen.

Der Böker Plus Tactical Pen ist da eine wohltuende Ausnahme! Mit Abmessungen, die ihn kaum größer als einen normalen Kugelschreiber machen, kann man mit ihm tatsächlich sehr gut schreiben. Auch kommt er wohltuend untaktisch daher. Fällt nicht besonders auf und ist als Selbstverteidigungsgegenstand auf den ersten Blick nicht zu erkennen, obwohl das Design des Stiftes sehr ungewöhnlich ist.

Dieser wurde von Rainer Wenning, der für Böker schon den Pocket Stick SO4PRO entwickelte, und dem Messermacher Thomas Braunagel entworfen. Der Tactical Pen ist aus hardcoat-anodisiertem Aluminium gefertigt und wird mit schwarzer oder titangrauer Beschichtung angeboten.

Erstes Augenfälliges Merkmal ist der ungewöhnliche Clip zum Befestigen des Stiftes. Hier handelt es sich nicht um eine aufgesetzte Metallfeder, die sehr oft nur bedingt haltbar ist. Sondern hier ist der Clip aus dem oberen Teil des Stiftkörpers gefräst worden. Die Öffnung des Clips ist ein wenig breiter als normal und so passt der Böker Plus Tactical Pen hervorragend an den Saum der Hosentasche einer normalen Jeans oder noch besser taktischen Einsatzhose. Der Zugwiderstand ist sehr gut auf deren verbreiterten Saum eingestellt.

So bleibt der Pen auch aufgrund seiner geringen Länge verlustsicher in der Tasche und erst ein kräftiger Zug macht ihn einsatzbereit. Dies hat aber auch den Nachteil, dass er in der Hemdtasche nicht sicher sitzt. Auch kann man ihn nicht mal eben an den Block oder das Notizbuch clippen, ohne diese unschön zu verbiegen.

Eine weitere Besonderheit ist der Bajonettverschluss der Mine. Hier nutzt Böker nicht den üblichen Drehmechanismus, eine Schtuzkappe oder einen Druckknopf. Etwa in der Mitte des Stiftes ist eine Führung mit einer Nut ausgefräst, die über das Bajonett die Feder der Mine optimal sichert. Dies funktioniert störunanfällig und das Verriegelungsgeräusch ist satt und hat das gewisse Etwas!

Durch den Führungsstift des Bajonettverschlusses passt der Böker Pen aber leider nicht mehr in die entsprechenden Halter eines Organizerfaches in einem Rucksack. Entweder bekommt man ihn dort gar nicht erst hinein oder der Führungsstift bleibt bei Entnahme des Stiftes hängen.

Ein weiteres Manko ist die halbierte Großraummine, die der Tactical Pen nutzt. Da der Bajonettverschluss sehr tief angebracht ist, kann man keine normale Mine nutzen. Diese Sondergröße ist als Zubehör bei Böker erhältlich. Hält sich preislich aber im Rahmen. Leider ist es keine Gasdruckmine und ein Schreiben über Kopf ist nach wenigen Buchstaben vorbei und auf nassem Untergrund schreibt die Tinte leider auch nicht. Dafür ist das Schriftbild aber ordentlich und man kann mit dem Stift sehr flüssig schreiben.

Trotzdem überzeugt der Böker Pen im Verteidigungsfalle. Das aufgeraute Ende gibt den Fingern einen guten Grip und so ist der Stift sehr schnell gezogen. In der Faust, wenn der Daumen auf dem abgeflachten Ende liegt, kann man sehr viel Druck auf die Spitze ausüben und so Nervendruckpunkte oder empfindliche Stellen am Körper des Angreifers nachhaltig treffen.

Trotz der negativen Punkte macht der Böker Plus Tactical Pen einen guten Eindruck! Die Verarbeitung ist super und das Design ist frisch und wird sicherlich seine Freunde finden. Zumal der Stift deutlich handlicher ist als die üblichen Tactical Pens. Aber trotzdem könnte man das Einsatzspektrum noch erhöhen, indem man die Bohrung des flachen Endes mit einem Innengewinde versieht und entsprechende Gegenstücke produziert, die Schlaufen, Glasbrecher oder ähnliches besitzen. So wäre der Stift auf die persönlichen Vorlieben individualisierbar.

Björn Eickhoff

Hey, ich bin der Björn. Outdoor, Survival, Hunde und Gear sind genau meine Themen. Neben dem Hundetrainer bin ich Autor und Fotograf.

Kommentare (12) Schreibe einen Kommentar

  1. Klasse review, guter Vorschlag mit dem Innengewinde am Schluss =)

    ( kleiner tippfehler: „[…]auf die persönliche Verlieben individualisierbar.“ evtl. wäre „persöhnlicheN VOrlieben“ besser;) )

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    • Danke für die Info. Werde ich gleich mal ändern!

      Schade, dass Böker den Vorschlag mit dem Innengewinde bisher nicht umgesetzt hat. Wäre doch eigentlich eine gute Sache, zumal man so auch diverse Aufsätze verkaufen könnte.

      Mal sehen, vielleicht muss ich doch noch selbst das umsetzen und den Prototyp an Böker schicken.

      VG
      Björn

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      • Absolut! Aber auch so finde ich den Tactical Pen ziemlich gut und ich werde ihn mir auf jeden Fall besorgen. Da hat man mehr zum spielen als beim normalen Böker Tactical Pen ^^

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        • Ich habe jetzt zwei von denen immer im Einsatz und die sind ziemlich geil! An der Hosentasche immer griffbereit. Nur am Hemd hält er nicht wirklich.

          Habe seit ein paar Tagen den cal. 50 von Böker hier. Da gibt es in Kürze dann auch einen Review. Der ist aber auf jeden Fall hemdtaschentauglich.

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  2. Also auch nach längerem Gebrauch nicht gleich im Eimer? Perfekt!
    hmm…. der cal.50 ist aber glaube ich für meine großen Hände zu kurz. Aber zum sammeln taugt der sicher auch =)

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    • Ganz bestimmt nicht gleich im Eimer! Beim schwarzen Modell ist inzwischen durch den täglichen Gebrauch die Eloxierung abgerieben. Er sieht also gebraucht aus. Gefällt mir so ungemein – ist halt individueller. Wenn man oft die Minen wechselt, kann es passieren, dass sich die Spitze immer wieder lockert. Da muss man drauf aufpassen, sonst fliegen einem die Einzelteile um die Ohren. Die Minen sind recht schnell leer. Das Nachbestellen ist aufgrund des Mindestbestellwertes von 20 Euro bei Böker so eine Sache. Da ein Doppelpack gut drei Euro kostet. Also entweder viele Minen auf einmal bestellen oder, wenn man mal ein Messer bestellt, einfach die Minen mitbestellen. Wenn man in der Nähe von Solingen wohnt, kann man einfach in den Fabrikverkauf zu Böker gehen (was bin ich froh, dass ich nur einen Steinwurf weit weg wohne.

      Der Col. 50 ist tatsächlich schon recht klein. Ich habe recht dünne Finger, da geht es. Aber viel kleiner dürfte er echt nicht sein!

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  3. Gegen ein paar Kratzer im Alu habe ich sicher nichts, Messer, tactical pens etc. müssen Geruchsspuren haben, sonst hat man sie zu wenig benutzt =)
    Das Problem mit den Minen werde ich nicht haben, da ich mir die neue Generation des Stiftes besorgen werde, da passen normale Lami M22 Minen.
    Ich finde die Größe vom „Böker Plus Mpp Multi Purpose Pen Black“ perfekt, mit seinen 15cm Länge ist der Genau richtig, er ragt ein Stück über meine geballte Faust heraus und somit lässt sich damit sehr gut die Energie wirken (…) Aber der hat natürlich nicht das Design vom .cal45 und man kann auch nicht so schnell damit schreiben, weil die Kappe verschraubt ist.
    Hier der Link:
    http://www.boker.de/tactical-defense-pen/09BO092.html

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    • Den habe ich auch gerade hier. Auf den ersten Blick recht ansehnlich. In der Praxis muss er sich aber noch beweisen. Der integrierte Glasbrecher in der Schutzkappe ist gut und fällt nicht großartig auf. Generell finde ich diese Schraubkappen nicht so optimal. Es gibt Bereiche, da werden Situationen, wo du gerade schreibst, zum SV-Fall und dann ist die Kappe hinderlich.

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  4. Ganz genau, bin da absolut mit dir einer Meinung. Und genau das ist auch ein wichtiger Punkt, warum ich mir den cal.45 hole. Es gibt zwar noch viele andere, die über Druckknopfmechanismen zum ein- und ausfahren der Mine verfügen, jedoch sind diese -meiner Meinung nach- weniger Vorteilhaft, da dort oft (wenn man das Ende mit dem Daumen unterstützt) die Energie auf die Mine gelegt wird, und die ist teils der Schwächste Punkt des Stiftes; sie (die Mine) kann sich bei Belastung innerhalb des Stiftes verbiegen, und dämpft damit den Aufprall ab.
    Anders beim cal.45: Die Mine einfahren, den Stift oben mit dem Daumen abstützen, die Energie auf das Ziel freisetzen, all das ohne großes „Gefummel“ und ohne dass dabei die Wirkung eingeschränkt wird.

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    • Sehe ich auch so. Er sieht auch nicht wie die üblichen Tactical Pens aus. Die sind oft so martialisch, dass sie schon eskalierend wirken, wenn man sie nur vorsichtshalber schon in der Hand hat.

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  5. Hallo,
    ich bin durch google auf Ihre Seite gestoßen. Da der Artikel aber schon 3 Jahre alt ist und ich am Überlegen bin ob ich mir den Tactical Pen kaufen sollte wollte ich fragen wie sich der Pen gemacht hat in letzen Jahren?

    Viele Grüße
    Josef

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    • Hallo Josef,

      der Böker Tactical Pen ist immernoch sehr gut. Es gibt den jetzt in einer neuen Version. Dort passen dann die kurzen Lamy-Minen hinein. Somit ist das Wiederbefüllen deutlich einfacher.

      Viele Grüße

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